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WIL: Die «Seele» gedeiht

In zwei bis drei Wochen ist die Braugerste für das Wiler Bier Thurbobräu erntereif. Die Schneefälle im April hat die Pflanze gut weggesteckt. Landwirt Marcel Rickenmann rechnet mit einem Ertrag von rund zehn Tonnen.
Ursula Ammann
Als Dank für die gute Zusammenarbeit überreicht Simon Lumpert, Präsident von Idée Wil, Gerstenbauer Marcel Rickenmann einen Single Malt und einen Bierlikör – aus Wiler Gerste. (Bild: Yves Weibel)

Als Dank für die gute Zusammenarbeit überreicht Simon Lumpert, Präsident von Idée Wil, Gerstenbauer Marcel Rickenmann einen Single Malt und einen Bierlikör – aus Wiler Gerste. (Bild: Yves Weibel)

Ursula Ammann

ursula.ammann@wilerzeitung.ch

Die Braugerste gilt als «Seele» des Bieres. Sie liefert die Stärke, die während des Brauprozesses zu Zucker und schliesslich in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt wird. Einer, der diese «Seele» anbaut, ist Marcel Rickenmann, Landwirt aus Bronschhofen. Schon im zehnten Jahr kultiviert er am Stadtrand das Getreide, das einen wesentlichen Bestandteil des Wiler Bieres Thurbobräu ausmacht (siehe Infokasten). Gestern wurde über den aktuellen Stand informiert.

In zwei drei Wochen ist wieder Erntezeit. Ausgesät hat Rickenmann Mitte März. Dazwischen ist viel passiert: Zu erwähnen sind die Schneefälle Ende April. Seine Braugerste habe so etwas wohl noch nie erlebt, erklärte Marcel Rickenmann. «Ich glaube aber nicht, dass es ihr geschadet hat.» Die Pflanzen waren noch zu wenig hoch, um von der Schneemasse zu Boden gedrückt zu werden. Die Trockenheit Mitte Juni stellte da schon die grössere Herausforderung dar. «Wenn das Wasser knapp ist, besteht die Gefahr, dass die Pflanze schneller abreift», so Rickenmann. Trotzdem rechnet er mit einem mittleren Ertrag in der Höhe von circa zehn Tonnen auf etwas über zwei Hektaren.

Regionalität als Verkaufsargument

Der Anbau der Braugerste sei anspruchsvoll, sagte Claudia Graf, CEO der Sonnenbräu AG in Rebstein, wo das Wiler Bier gebraut wird. Während Eiweiss bei der Futtergerste ein gefragter Nährstoff sei, dürfe der Proteingehalt bei der Braugerste maximal elf Prozent betragen. Der Landwirt müsse entsprechend aufpassen beim Düngen. Denn das fördert nicht nur den Ertrag, sondern auch den Eiweissgehalt in der Pflanze. Ein zu hoher Wert kann im Brauprozess negative Effekte auslösen. Im schlimmsten Fall muss der Bauer seine Braugerste als Futtergerste verwenden, womit er ein schlechtes Geschäft macht. «Wir sind deshalb sehr froh, dass es regionale Bauern gibt, die dieses Risiko auf sich nehmen», sagt Claudia Graf. Dass der Rohstoff lokal angebaut wird, wertet die Unternehmerin als grosses Plus. Einerseits sei damit die Entwicklung von der Saat bis zur Ernte mitverfolgbar, anderseits brauche Bier Heimat. In Zeiten der Globalisierung sei die Regionalisierung für den Konsumenten wichtiger geworden denn je.

Dass Regionalität ein wichtiges Verkaufsargument ist, zeigt sich am Erfolg des Vereins Idée Wil, welcher die Produkte aus der Wiler Braugerste lanciert hat und vermarktet. Rund 150 000 Spezli (44000 Liter Bier) beträgt derzeit die Vertriebsmenge pro Jahr. Der kürzliche Designwechsel brachte einen Aufschwung von 20 Prozent. Auf den Etiketten ist nicht mehr der Hof, sondern der Wiler Bär zu sehen. Das schaffe einen grossen Wiedererkennungswert, sagt Simon Lumpert, Präsident von Idée Wil. «Unser Bier ist mittlerweile ein Nischenprodukt, das sich auf dem Markt etabliert hat.» Auch am Stadtfest ist der Verein dieses Wochenende mit seinem Bier-Oldtimer präsent.

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