WIL: Die letzten Dinge selber regeln

Früher oder später muss sich jeder mit seinem Ableben befassen. Dabei gilt es, einige wichtige Dinge zu beachten. Eine Zürcher Firma gab diese Woche in Wil sieben Tipps.
Tim Frei
Nach dem Todesfall eines Liebsten stehen die Angehörigen oft vor grossen organisatorischen Herausforderungen. (Bild: Ralph Ribi)

Nach dem Todesfall eines Liebsten stehen die Angehörigen oft vor grossen organisatorischen Herausforderungen. (Bild: Ralph Ribi)

Tim Frei

Der eigene Tod ist ein Thema, das viele nie oder erst spät mit den Angehörigen thematisieren. Im Todesfall führt das dazu, dass die Hinterbliebenen vor grossen Herausforderungen stehen. Zu diesem Thema veranstaltet die Winterthurer Firma Dimovera seit längerer Zeit den Vortrag «7 Dinge, die Sie für Ihren Todesfall vorbereiten sollten». Diese Woche führte sie ihn im Alterszentrum Sonnenhof in Wil durch. Der Vortrag stiess auf grosses Interesse: Über 100 Besucher liessen sich diese Gelegenheit nicht entgehen.

Niemandem fällt es einfach, Vorkehrungen für den eigenen Todesfall zu treffen. Aber mit einigen Massnahmen hilft man den Hinterbliebenen in ihrer meist schwierigen Lage. Denn neben dem Trauern kommen auf sie eine Reihe organisatorischer Fragen zu.

Bestattungswünsche via Formular einreichen

Wünsche nach der Art und Weise der Bestattung können beim jeweiligen Bestattungsamt eingereicht werden – dies mit dem Formular «geistiges Testament». «Wir erleben es immer wieder, dass Bestattungswünsche im Testament platziert werden», sagt Dimovera-Inhaberin Corina Soncini und betont: «Doch dort gehören sie nicht hin, das Bestattungsamt ist dafür ganz klar die Anlaufstelle.» Eine Abdankung zu organisieren ist nicht einfach. Nur schon die Adressen für die Zusendung der Todesanzeige zu finden, stellt Hinterbliebene vor Probleme. Es ist deshalb von Vorteil, wenn man selbst eine Adressliste erstellt. Auch die Wünsche für die Gestaltung der Abdankungsfeier sollten notiert werden: An welchem Ort soll sie stattfinden, wer spricht, welche Musik möchte man? Auch die Stichworte für einen Lebenslauf sollte man notieren.

Für eine geordnete Nachlassregelung ist laut Corina Soncini ein Testament empfehlenswert. «Bei Konkubinatspaaren ist das Testament zwingend notwendig. Denn ohne ein solches erhält der Angehörige nichts von seinem verstorbenen Partner.» Möchte der Erblasser sicherstellen, dass sein «letzter Wille» auch wirklich nach seinen Wünschen umgesetzt werde, sei ausserdem die Bestimmung eines Willensvollstreckers sinnvoll. «Wichtig ist hier, dass über das Honorar bereits zu Lebzeiten bestimmt wird», betont Corina Soncini. Krankheiten oder Unfälle können dazu führen, dass man selber nicht mehr urteilsfähig ist. In der Patientenverfügung regelt man, welche medizinischen Massnahmen in diesem Fall getroffen werden sollen. Muster für Patien- tenverfügungen stellen verschiedene Organisationen zur Verfügung. Für den Fall der Urteilsunfähigkeit sind aber auch Massnahmen für administrative Belange zu regeln. Was passiert zum Beispiel mit dem Vermögen, wer vertritt einen bei einem Hausverkauf? Solche Fragen regelt man in einem Vorsorgeauftrag, in dem man eine Vertrauensperson bestimmt, welche die entsprechenden Kompetenzen erhält. Im Internet findet man für diese Regelungen Muster und Vorlagen und Anlaufstellen für die entsprechende Beratung.

Eine weitere Herausforderung sind Vollmachten, wie Corina Soncini sagt: «Vollmachten, welche zu Lebzeiten erteilt wurden, sind bei Eintritt des Todes des Kontoinhabers häufig nicht mehr gültig. Bei vielen Banken kann der Bevollmächtigte lediglich noch Auskunft über den Kontostand einholen, nicht jedoch über das Vermögen verfügen.» Das Konto bleibe in den meisten Fällen bis zum Erhalt der Erbenbescheinigung gesperrt.

Natürlich gäbe es noch vieles im Voraus festzuhalten – eine Liste der Passwörter, das Verzeichnis aller Dokumente oder ein Inventar der Wertsachen. Was notwendig ist, ist auch individuell. Und es wird wohl kaum jemanden geben, der das alles perfekt regelt. Das ist auch verständlich, denn angenehm ist das alles nicht.

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