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WIL: Die «Blitzfaust» mit dem siebten Sinn

Keiner zerschlägt mehr Ziegelsteine als Jürg Ziegler. Der 54-jährige Kampfkünstler hat aber auch eine spirituelle Seite und erahnt Dinge im Voraus. Zum Beispiel, dass er beinahe sterben würde.
Daniel Wallimann
Grossmeister Jürg Ziegler nutzt die Kampfkunst zur Gesundheitsförderung. (Bild: PD)

Grossmeister Jürg Ziegler nutzt die Kampfkunst zur Gesundheitsförderung. (Bild: PD)

Daniel Wallimann

daniel.wallimann@wilerzeitung.ch

Es gibt zwei Arten von Spitz­namen: beleidigende, die einem während der Schulzeit verpasst werden, oder solche, die man sich durch Aussergewöhnliches verdient. Der von Kampfkünstler Jürg Ziegler lautet «Blitzfaust». Und dahinter verbirgt sich eine Geschichte, die seit 1992 an ihm haften bleibt: «Ich habe innert weniger Sekunden mehr Ziegelsteine zerschlagen als je ein Mensch zuvor,» sagt der 54-jährige Kung-Fu-Mann.

Hände gross wie Bratpfannen

Der damalige Weltrekordhalter, «ein Chinese mit Händen so gross wie Bratpfannen», habe kräftig vorgelegt: Innert weniger Sekunden habe er 30 Ziegelsteine zertrümmert. Und diese Bestmarke habe Ziegler nun knacken müssen. Doch der Vater zweier mittlerweile erwachsener Söhne habe sich von den Herausforderungen nicht abschrecken lassen. «Denn ich bin recht ehrgeizig», sagt er dazu. Und so habe er dann insgesamt 44 Stück geschafft. «Mit der blossen Hand.»

In einer TV-Show kurz darauf habe er den Schweregrad der Aufgabe dann noch weiter steigern wollen. «Ich habe mich vor laufender Kamera extra auf volle Eierkartons gestellt.» Bei dieser Übung habe er das Körpergewicht möglichst gut verteilen müssen, damit er den Stein treffe. Da er damals aber ein rundes Bäuchlein gehabt habe, sei das eine schwere Aufgabe für ihn gewesen. Aus Respekt habe ihm ein chinesischer Studiogast dann seinen Spitz- namen, «Blitzfaust», gegeben. «Ich habe aber nicht mit Kung-Fu begonnen, damit ich andere ­beeindrucken oder verprügeln kann», sagt Ziegler. Sondern die Neugierde hätte ihn 1973 erstmals in ein Trainingscenter nach St. Gallen geführt. «Zuerst schaute ich zwei Wochen nur zu», sagt Ziegler. Er habe auf diesem Weg herausfinden wollen, was Trainer und Schüler da genau machen würden. Die eiserne Disziplin, der Gehorsam und die Dynamik der Sportart hätten ihn dermassen fasziniert, dass er sich dann selber eine Trainingshose und ein Leibchen überstreifte. «Ich bin mehrmals pro Woche ins Training gefahren», sagt Ziegler. Er habe viel geschwitzt, doch nach einigen Jahren habe er sich hinterfragt und festgestellt, «dass Treten und Schlagen bei weitem nicht alles sein kann», sagt Ziegler. So habe er sich auch zunehmend mit der Philosophie, die hinter der Kampfkunst steht, beschäftigt.

Über hunderttausend Schüler

Jürg Ziegler ist ein Tausendsassa. Sein Wissen gebe er seit 1982 in verschiedenen Formen weiter: Er unterrichte einerseits Kampfkunst in Wil, Winterthur und Zürich. Weltweit habe er ausserdem bereits über 160000 Schüler in 60 Ländern ausgebildet. Auszeichnungen wurden ihm verliehen. «Zwischendurch erreiche auch ich meine Grenzen», sagt Ziegler. So habe 2012 eine Zäsur in seinem Leben stattgefunden. Er habe sich auf eine Hollywood-Filmrolle vorbereiten wollen und dafür sogar extra Reiten gelernt. «An einem Freitagabend hat mich der Hengst dann abgeworfen.» Ziegler sei auf den harten Hallenboden geknallt und habe sich dabei einige Bandscheiben gebrochen. «Ich wurde mit dem Helikopter ins Spital nach St. Gallen geflogen», sagt Ziegler. Dort habe er zwei Notoperationen über sich ergehen lassen müssen. «Beim ersten Mal ging noch alles gut.» Doch nach der zweiten OP habe er von den Ärzten wieder- belebt werden müssen. «Ich war weg, sah weisses Licht», sagt Ziegler.

Aus der Not habe er dann eine Tugend gemacht. In seiner Regenerationsphase hat «Eisenfaust» Ziegler die Shaolin-Energy-Healing-Methode entwickelt. Das sei eine schnell wirkende Therapie und wirke auf die Gesundheit und das persönliche Wohlbefinden des Menschen. Er sei eben ein Kämpfer.

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