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WIL: «Der Zeitpunkt war der richtige»

Nur wenige Mitglieder des Stadtparlaments können auf eine so lange Zeit in der Legislative zurückblicken wie Marianne Mettler. Am Donnerstag gab sie nach über 17 Jahren überraschend ihren Rücktritt bekannt.
Gianni Amstutz
Marianne Mettler kümmert sich nach ihrem Rücktritt aus dem Stadtparlament künftig um andere Baustellen, wie hier beim Universitätsspital Zürich, wo sie als Leiterin Betriebswirtschaft arbeitet. (Bild: PD)

Marianne Mettler kümmert sich nach ihrem Rücktritt aus dem Stadtparlament künftig um andere Baustellen, wie hier beim Universitätsspital Zürich, wo sie als Leiterin Betriebswirtschaft arbeitet. (Bild: PD)

Gianni Amstutz

gianni.amstutz@wilerzeitung.ch

«Es war kein einfacher Entscheid, schliesslich hat mich die Zeit im Parlament geprägt», sagt Marianne Mettler (SP). Am Donnerstag nahm sie ein letztes Mal an einer Sitzung des Stadtparlaments teil und gab da ihren sofortigen Rücktritt bekannt. Es sei ein Prozess gewesen, bis sie im Verlauf des vergangenen Herbsts zum Entschluss gelangte, zurückzutreten. Der Zeitpunkt habe für sie gepasst, da sie kein Präsidium bekleidet habe und die Fraktion gut aufgestellt sei.

Nach drei Jahren bereits Parlamentspräsidentin

Seit 2001 sass Marianne Mettler für die SP im Wiler Stadtparlament. Nur zwei Parlamentarier können auf eine längere Zeit in der Wiler Legislative zurückblicken. Bereits drei Jahre nach ihrer Wahl wurde sie 2004 Parlamentspräsidentin. Danach präsidierte sie von 2005 bis 2008 die Geschäftsprüfungskommission (GPK) und von 2013 bis 2016 die Bau- und Verkehrskommission. Zudem war sie in ihren 17 Jahren als Parlamentarierin Mitglied in 18 nicht ständigen Kommissionen und reichte zwei Motionen, ein Postulat, fünf Interpellationen und zwei Anfragen ein.

Es sei eine interessante und lehrreiche Zeit gewesen, sagt Marianne Mettler rückblickend. Das Gefühl, in der Stadt etwas bewegen zu können, ob mit kleinen Anliegen oder grossen Projekten, habe sie stets motiviert. Natürlich gehörten auch Enttäuschungen dazu. Besonders schmerzlich sei für sie die Niederlage bei der Volksabstimmung über die Ausweitung der Tagesstrukturen 2010 gewesen. «Daran hatte ich einige Zeit zu knabbern.»

«Kritik am Stadtrat hat zugenommen»

Generell habe sie die Zusammenarbeit im Parlament und den Kommissionen jedoch als konstruktiv empfunden. «Eine gute politische Gesprächskultur war mir immer wichtig. Schliesslich sind die Mitglieder des Stadtparlaments da, um Probleme zu lösen.» In den vergangenen Jahren habe sie festgestellt, dass das Parlament zunehmend Kritik an der Arbeit des Stadtrats äussere, ohne dass diese zielführend sei. Der Respekt gegenüber dem Stadtrat sei etwas verloren gegangen. Sie hoffe, dass künftig wieder mehr die Themen im Vordergrund stehen und die Zusammenarbeit zwischen Parlament und Stadtrat besser werde.

Hoffnung auf mehr Frauen im Parlament

«Ich bin dankbar für die Zeit im Parlament», sagt sie. Die Aufgabe könne sie allen empfehlen und sie hoffe, dass sich in Zukunft mehr Frauen dieser Herausforderung annähmen. Mit Christof Kälin rückt ein Mann für sie nach, trotzdem besteht die SP Fraktion nach ihrem Rücktritt noch zur Hälfte aus Frauen. Insgesamt sinkt der Frauenanteil aber auf 20 Prozent.

Marianne Mettler weiss bereits, wie sie die zusätzliche Zeit nutzen wird, die sie nach ihrem Rücktritt hat. «Ich möchte den Halbmarathon am Wil-Frauenfeld-Lauf bestreiten. Ausserdem werde ich Spanisch lernen und, wenn es beruflich passt, für eine längere Zeit durch Südamerika reisen.» Von der Bildfläche verschwinden werde sie aber nicht. «Ich bleibe im SP-Vorstand und werde das politische Geschehen weiterhin verfolgen. Je nach Thema auch im Stadtparlament.» Dann jedoch nicht mehr von ihrem gewohnten Platz, sondern von der Zuschauertribüne aus.

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