WIL: Der Mann hinter dem Knall

Der 1. August rückt näher. Am Bundesfeiertag finden zahlreiche organisierte Feuerwerke statt. Auch der Wiler Nachthimmel wird mit rund 200 Kilogramm pyrotechnischem Material von der Stucki AG erleuchtet.

Yves Weibel
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Für Spektakel wird gesorgt sein. Alain Stucki mit dem Schlussknall des Wiler Feuerwerks. (Bild: Yves Weibel)

Für Spektakel wird gesorgt sein. Alain Stucki mit dem Schlussknall des Wiler Feuerwerks. (Bild: Yves Weibel)

Yves Weibel

yves.weibel@wilerzeitung.ch

Das Lager wirkt leergeräumt und die acht Mitarbeiter sind hoch beschäftigt. Die Schweiz feiert bald Geburtstag. An Grillabenden und offiziellen Bundesfeiern wird eine Menge Feuerwerk abgebrannt werden. Doch woher kommt all das pyrotechnische Material?

Ein Vertreiber ist die Firma Stucki AG aus Wil. Chef und Inhaber des Familienunternehmens, Alain Stucki, sagt: «Die Zeit um den 1. August ist für uns die produktivste.» Es ist nicht, wie vermutet werden könnte, Silvester, auch wenn um den Jahreswechsel ebenfalls eine rege Nachfrage nach Feuerwerk herrscht. Vor dem Bundesfeiertag wird beinahe doppelt so viel Feuerwerk verkauft. Im Lager in Niederhelfenschwil darf der Familienbetrieb bis zu 100 Tonnen pyrotechnisches Material lagern. Mit diesem beliefert er verschiedene Detailhändler. Die Firma konzentriert sich vor allem auf den Ein- und Verkauf der Gegenstände. Stucki selbst plant und realisiert aber auch selbst Feuerwerke.

Ein Fest von Wilern für Wiler

Alain Stucki führt die Firma mittlerweile in der dritten Generation. «Der älteste Katalog von uns ist aus dem Jahr 1947», sagt er. Die Begeisterung für Feuerwerk wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Das Familienunternehmen liefert seit Jahrzehnten das Feuerwerk für die Bundesfeier in Wil. «Schon als Kind bin ich mit meinem Vater hingegangen», erinnert sich Alain Stucki.

Zu Beginn der Bundestagsfeiern in Wil wurde jeweils nur ein Kranz niedergelegt. Mit dem Feuerwerk hat Alain Stuckis Vater begonnen. Seither sorgt die Firma damit jährlich für ein Spektakel. «Alles begann damit, dass mein Vater zu Ruedi Schär sagte, wenn er einmal eine richtige Bundesfeier machen wolle, liefere er das Feuerwerk», erzählt Stucki. Auch dieses Jahr wird ein farbenprächtiges Schauspiel am Wiler Nachthimmel zu sehen sein. Insgesamt werden 200 Kilogramm Material in den Himmel geschossen. Ohne Hilfe ginge das Ganze allerdings nicht, betont Stucki. «Viele Vereine und Firmen aus der Region sind an der Ausführung des Festes beteiligt. Alle machen einen grossartigen Job.» Unter anderem stellen die Technischen Betriebe Wil eine Schutzwand, damit das Feuerwerk sicher genossen werden kann.

Feuerwerk hat kein Verfallsdatum

Am 1. August werden auch, wie in jedem Jahr, viele Hobbypyrotechniker Familie und Freunde mit Feuerwerk beeindrucken wollen. Das scheint auf den ersten Blick harmlos, doch es gibt jedes Jahr Unfälle, die leicht verhindert werden könnten. «Am wichtigsten ist, dass man den Sicherheitsabstand einhält», erklärt Stucki, «denn auch wenn etwas mit dem Feuerwerk falsch laufen sollte, wird so niemand verletzt.» Zudem soll vor dem Anzünden der Raketen, Vulkane und aller anderen Produkte die Gebrauchsanweisung gelesen werden. Das Feuerwerk, das in der Schweiz legal verkauft wird, ist geprüft und sollte daher wie gewünscht funktionieren.

Selbstgelagertes, altes Material ist noch zu gebrauchen. «Feuerwerk hat kein Verfallsdatum. Wenn es trocken gelagert wird, kann man es noch Jahre später verwenden», sagt Stucki. Es gibt allerdings auch sogenannte Blindgänger. Das sind Gegenstände, die nicht wie versprochen prächtige Bilder in den Himmel zaubern, sondern nach dem Anzünden nichts weiter tun als herumzustehen. «In solchen Fällen sollte im Minimum 15 Minuten gewartet werden, bis an das Feuerwerk herangetreten wird», rät der Pyrotechniker.

Bundestagsfeier Wil

Am 1. August ab 18.30 Uhr auf der Weierwise (Reitwiese). Das Feuerwerk beginnt um 22.15 Uhr.