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WIL: Der Einsatz für Pendler geht weiter

Das Jahr 2016 war für die Mitlgieder der IG Öffentlicher Verkehr Wil ein Desaster. Die Zerschlagung des Knotens Wil durch den Bund schmerzt. Den Kampf für einen besseren Bus- und Bahnverkehr geben sie nicht auf.
Christof Lampart
Urs K. Scheller, Präsident der IGöV Wil, machte an der Mitgliederversammlung 2017 keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. (Bild: Christof Lampart)

Urs K. Scheller, Präsident der IGöV Wil, machte an der Mitgliederversammlung 2017 keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. (Bild: Christof Lampart)

Christof Lampart

redaktion@wilerzeitung.ch

Vereinspräsident Urs K. Scheller brachte es am Samstagvormittag an der Mitgliederversammlung der Interessensgemeinschaft Öffentlicher Verkehr Wil (IGöV) im Hof zu Wil auf den Punkt, indem er das aus Wiler Sicht unerfreulich Beschlossene noch einmal rekapitulierte: Wegen der Einführung des getakteten Güterverkehrs durch das Bundesamt für Verkehr werde der bisherige 00/30-Knoten Wil «brutal zerschlagen», indem einzelne Verbindungen gestrichen und Abfahrtszeiten viertelstundenweise verschoben wurden.

«Wir verlieren so den sehr beliebten Rex und die S1 fährt neu jeweils um 17.47 Uhr, was dazu führt, dass die Anschlüsse der Bahnlinien von Nord und Süd sowie der Regionalbusse mit überlangen Wartezeiten bestraft werden. Das ist inakzeptabel».

«Zug wird auf dem Abstellgleis enden»

Urs K. Scheller schob die Verantwortung für den Leistungsabbau den kommunalen, kantonalen und nationalen Politikern zu. Diese hätten viel zu spät gemerkt – teilweise aus Desinteresse, teilweise, weil sie sich der Brisanz nicht bewusst waren, dass der «Zug» für die Wiler Pendler in naher Zukunft auf dem Abstellgleis enden werde. Die IGöV habe sich mit vielen Schreiben an die entsprechenden Stellen für eine Korrektur der Beschlüsse eingesetzt – doch habe alles nichts genützt. Besonders frustrierend sei auch gewesen, dass man nach langen Wegen durch die Behördeninstanzen, nur knappe, nichtssagende Absagen erhalten habe. «Die Verursacher verschanzen sich hinter bereits gefällten Entscheiden. Der Knoten Wil existierte für die SBB sowieso nie, also muss auf diese Wiler Illusion auch keine Rücksicht genommen werden.» Scheller machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. Doch nun gelte es für die Zukunft die Weichen so zu stellen, dass man möglichst zeitnah wieder Verbesserungen für die Pendler aufgleisen könne.

Integraler Viertelstundentakt für den Stadtbus

Für den innerstädtischen Busverkehr Wils werde sich im kommenden Jahr wenig ändern. «Es wird weiterhin Verspätungen wegen des hohen motorisierten Individualverkehrs geben, freundliche und weniger freundliche Buschauffeure werden Dienst haben und immer noch werden Tickets per Hand ausgegeben werden. Vielleicht werden ein, zwei neue Wartehäuschen aufgestellt, dringend benötigte Fussgängerstreifen werden nicht aufgemalt werden und am Bahnhof steht man weiterhin im Regen und an unmöglichen Buskanten», zählte Scheller auf. Eine kleine Freude konnte er den Vereinsmitgliedern doch noch mitteilen: Im Dezember 2018 kommt der integrale Viertelstundentakt bei den Ortsbussen (ausser Linie 705), sowie eine neue Linie Eschlikon–Sirnach–Münchwilen–St. Margarethen (736).

Rohrer rückt für Bischof nach

Eine Änderung gab es im Vorstand. Für die ausserplanmässig zurücktretende Ruth Bischof aus Wilen rückte neu der einstimmig gewählte Stefan Rohrer, ebenfalls aus Wilen, nach. Leicht positiv – mit 280 Franken im Plus – schloss die Jahresrechnung 2018, womit sich das Vereinsvermögen auf 8000 Franken beläuft. Aufgrund der guten Finanzlage der IGöV wurde der Jahresbeitrag bei 10 Franken pro Person belassen.

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