Wil
Der Druck aus Wil wächst: Parlament will Dorfkorporation Bronschhofen in die Technischen Betriebe integrieren

Das Parlament will nur noch einen Energieversorger auf dem Gemeindegebiet. Das liegt aber nicht in seiner Hand. Nun setzt die Legislative einen anderen Hebel an.

Gianni Amstutz
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Eine Integration der Dorfkorporation Bronschhofen könnte nur an der Mitgliederversammlung der Organisation beschlossen werden. Stadtparlament und Stadtrat haben darauf keinen Einfluss.

Eine Integration der Dorfkorporation Bronschhofen könnte nur an der Mitgliederversammlung der Organisation beschlossen werden. Stadtparlament und Stadtrat haben darauf keinen Einfluss.

Bild: Sereina Meienhofer

Sie ist ein Überbleibsel von vor der Gemeindefusion: die Dorfkorporation Bronschhofen. Noch immer zeichnet sie für die Versorgung des ehemaligen Gemeindegebiets Bronschhofen mit Storm und Wasser verantwortlich. Nun regt sich gegen die Eigenständigkeit der Dorfkorporation aber Widerstand.

Bereits im Juni richtete das Stadtparlament eine Empfehlung an den Stadtrat, die Energie- und Wasserversorgung auf dem gesamten Gemeindegebiet zu vereinheitlichen. Das würde nicht weniger bedeuten, als das die Dorfkorporation Bronschhofen in die Technischen Betriebe Wil (TBW) integriert würde. Daran liess das Parlament keine Zweifel. CVP-Fraktionspräsident Christoph Hürsch sagte als Präsident der Werk- und Energiekommission:

«Aus unserer Sicht ist es störend, dass die Kunden der Dorfkorporation Bronschhofen zwar von Vergünstigungen der Stadt profitieren, jedoch zum Ergebnis der TBW keinen beziehungsweise keinen grossen Beitrag leisten.»

Eine Integration der DKB in die TBW erachte die Kommission deshalb als sinnvollste Lösung.

DKB ist eine unabhängige Organisation

Ein solcher Schritt liegt aber weder in den Händen des Parlaments noch des Stadtrats. Denn die DKB ist eine unabhängige, öffentlich-rechtliche Organisation. Doch nun greift das Parlament an der Sitzung am Donnerstag auf ein anderes Mittel zurück.

In einem Antrag fordert die Werk- und Energiekommission, dass die Bevölkerung jener Gebiete, die Abgaben zu Gunsten des Energiefonds leisten, bei den Förderbeiträgen bevorteilt werden. Dies für den Fall, dass die DKB und andere Versorger nicht dazu bereit sind, die Strompreise per Januar 2022 anzupassen und entsprechende Abgaben an den Energiefonds zu leisten.

Mit diesem Schritt setzt das Parlament einen neuen Hebel an, um Einfluss auf die DKB zu nehmen. Eine Integration in die TBW kann das Parlament zwar nicht forcieren, wohl aber den Druck auf die DKB erhöhen. In der Kommission fand dieses Anliegen eine deutliche Mehrheit. Am Donnerstag wird sich zeigen, ob auch das Parlament diesen Weg befürwortet.