WIL: Dem Terror den Schrecken nehmen

Mit der Performance «Stürmisch» wollen die zwei Schwestern Oriana Bräu-Berger und Ambra Berger der beklemmenden Angst vor Anschlägen die Leichtigkeit zurückgeben. Mit Tanz und Theater.

Daniel Wallimann
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Mit ihrer Tanz- und Theaterperformance wollen Oriana Bräu-Berger (links) und Ambra Berger die Terrorangst entschärfen. (Bild: PD)

Mit ihrer Tanz- und Theaterperformance wollen Oriana Bräu-Berger (links) und Ambra Berger die Terrorangst entschärfen. (Bild: PD)

Daniel Wallimann

daniel.wallimann@wilerzeitung.ch

Terrorbilder aus London oder Barcelona sind heute schier normal. Die Zeitungen und das Fernsehen tragen sie jeden Tag in die Stube nach Hause. Und aus diesem Grund kann sich kaum noch jemand davor verschliessen. «Jedenfalls kein Mensch, der sich selber als weltoffen bezeichnet», sagt Oriana Bräu-Berger. Die 26-jährige Tänzerin und Tanzpädagogin beschäftigt diese Angst, die sich immer mehr in die Köpfe einschleicht. Sie sei bis anhin zum Glück noch nie direkt selber betroffen gewesen. «Doch man kommt bei der medialen Flut gar nicht mehr drumherum.» Grund genug also, dass sie die Ängste und Befürchtungen mit ihrer älteren Schwester und Schauspielerin Ambra Berger künstlerisch verarbeitet hat. In «Sturm» zeigen die zwei Wiler Schwestern die verschiedenen Gesichter des Terrors auf und wie sie sich auf die heutige Gesellschaft auswirken. Die Mischung aus Tanz und Schauspiel sieht folgendermassen aus: «In verschiedenen Alltagssituationen zeigen wir, wie die Angst davor uns wie ein langer Schatten verfolgt», sagt Bräu-Berger.

Es ist kein Zuckerschlecken

Die Performance soll daneben auch die Grenze von dem, was Kunst darf und was nicht, ausloten. «Ist es darum ein Affront gegenüber Flüchtlingen, wenn wir im Freibad an der Sonne Zeitung lesen und uns wegen der Artikel vor Anschlägen fürchten?», fragt sich Bräu-Berger. Zu viel möchte die junge Künstlerin aber noch nicht verraten. So viel sei jedoch gesagt: «Neben der Schwere, gibt es auch Momente zum Schmunzeln.» Das soll dem Terror seinen Schrecken nehmen. Mit der Schwere und Leichtigkeit im eigenen Berufsleben kennen sich die beiden Schwestern selber gut aus. «Als Tänzerin oder Schauspielerin muss man mit der Ungewissheit umgehen und sich von einer Anstellung zur nächsten durchhangeln können», sagt die 26-Jährige. Die Leidenschaft sei dabei ihre Triebfeder, der sie seit Kindsbeinen an verfallen sind. «Unsere Eltern haben uns immer darin unterstützt», sagt die 26-Jährige. Bereits an der Steinerschule habe Oriana Bräu-Berger für ihr Leben gern getanzt. «Ohne das Tanzen fühle ich mich unvollständig», sagt sie. Deshalb habe sie zuerst an der Zürcher Hochschule der Künste Tanz studiert und sich daraufhin zur Bühnentänzerin und Tanzpädagogin an der Iwanson-Schule in München ausbilden lassen. «Einerseits arbeite ich jetzt bei verschiedenen Tanzproduktionen mit», sagt Bräu-Berger. Andererseits könne sie Menschen ihr Wissen weitergeben. «Ich unterrichte Kinder und Erwachsene in verschiedenen Tanzstilen.»

Freischaffende und ihre Freiheiten

Obwohl es für Freischaffende zeitweise keine geregelten Arbeitszeiten und fixe Einkommen gebe, möchte sie keinen anderen Beruf auf der Welt. Weil er ihr auch viel Freiheiten gibt. «Ich kann mir meine Zeit selber einteilen.» Diese Freiheiten geniesst auch ihre um zwei Jahre ältere Schwester Ambra. Sie konzentriere sich vor allem auf die Schauspielerei. Sie sei nach der Steinerschule Bühnenschauspielerin geworden. Anschliessend sei sie für verschiedene Theater-Engagements nach Deutschland und Österreich gezogen und der Liebe wegen in Wien geblieben.

Jetzt führt die beiden die gemeinsame Leidenschaft zurück nach Wil. «Es ist unsere erste ­gemeinsame Produktion», sagt Bräu-Berger. Sie sei sehr gespannt darauf.

Hinweis

27., 28. und 29. September 2017, 20 Uhr, Gare de Lion, Wil