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Ein unzumutbarer Schulweg für die Kinder

Luc Kauf kritisiert in einer Interpellation den Entscheid der Stadt, den Kindergarten Neugruben zu schliessen.
Nicola Ryser
Auf das Schuljahr 2019/2020, das am 11. August beginnt, bleibt der Kindergarten Neugruben leer. Bild: Nicola Ryser

Auf das Schuljahr 2019/2020, das am 11. August beginnt, bleibt der Kindergarten Neugruben leer. Bild: Nicola Ryser

Aktuell herrscht Ferienzeit in Wil, die Kindergarten- und Schulanlagen stehen mehrheitlich leer. Zumindest bis zum 11. August. Dann wird der Betrieb wieder aufgenommen, das neue Schuljahr beginnt – nur nicht im Kindergarten Neugruben. Dieser bleibt bis Sommer 2020 geschlossen (Wiler Zeitung vom 17. April 2017). Schulratspräsidentin Jutta Röösli begründete den Beschluss damals damit, dass im kantonalen Durchschnitt mit 18 bis 19 Kindern pro Klasse gerechnet werde. Der Kindergarten Neugruben, eine Wohnung mit limitierten Raumverhältnissen, habe jedoch nur Platz für maximal 15 Kinder.

Ursprünglich habe man bei der ersten provisorischen Kindergarteneinteilung fürs Schuljahr 2019/2020 noch ins Auge gefasst, den Kindergarten Neualtwil zu schliessen. Dies, weil in dessen Einzugsgebiet sehr wenige Kinder in das 1. Kindergartenjahr eintreten würden. Schnell habe man diese Meinung jedoch revidiert. Neualtwil sei grosszügiger ausgestattet und kann dementsprechend mehr Kinder aufnehmen. Folglich sei der definitive Schliessungsentscheid auf den Kindergarten Neugruben gefallen.

Man hätte alle drei Kindergarten füllen können

Ein Entscheid, den Parlamentsmitglied Luc Kauf nicht ganz nachvollziehen kann. Der Politiker der Grüne Prowil reichte deshalb in der vergangenen Parlamentssitzung eine dringliche Interpellation ein. Darin schreibt er, dass die Aussagen Rööslis suggerierten, dass sämtliche Kinder im Einzugsgebiet der Kindergärten Städeli, Neugruben und Neualtwil in den beiden verbleibenden Kindergärten Städeli und Neualtwil platziert werden können.

Parlamentsmitglied Luc Kauf (Grüne Prowil)

Parlamentsmitglied Luc Kauf (Grüne Prowil)

«Tatsache ist aber, dass dies auf mindestens acht Kinder nicht zutrifft. Die sind für das neue Schuljahr nun dem Kindergarten Zelghalde oder Paradiesli zugeteilt worden.» Kauf sieht darin unzumutbare Schulwege für die Kinder und nennt ein Beispiel, welche Strecke ein vierjähriges Kind bis zum Kindergarten Zelghalde zurücklegen müsste: einen ungefähr 1,3 Kilometer langen Schulweg, teils auf der stark befahrenen Konstanzerstrasse und mit Überquerung der Hauptstrasse. Das zweimal pro Tag im ersten Jahr. Dauer des Weges: 25 Minuten.

Zudem wirkt für Kauf befremdend, dass aufgrund der aktuellen Klassenlisten zusammen 44 Kinder für das Städeli und Neualtwil aufgeführt seien, was weit über den Durchschnittszahlen liege. Es hätten folglich genauso so gut drei Kindergärten, also inklusive Neugruben, gefüllt werden können.

Dutzende Fragen an die Stadt

Infolgedessen ergeben sich laut Kauf einige Fragen an den Stadtrat. Unter anderem will der Parlamentarier wissen, auf welcher Ebene der Entscheid diskutiert und vollzogen wurde und welches die tatsächlichen Gründe für den Schliessungsentscheid waren. Auch sind Fragen zur Überprüfung und Sicherstellung der Schulwegsicherheit aufgekommen, zu der Kauf gerne die Empfehlungen der Kantonspolizei erfahren möchte.

Ob der Stadtrat erwarte, dass die Kinder zwei Jahre lang von ihren Eltern in den Kindergarten begleitet werden sollten, fragt Kauf weiter. Und schliesslich: «Unter welchen Voraussetzungen wird der Kindergarten Neugruben wieder geöffnet?»

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