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WIL: Das Kriegsbeil begraben

Im Quartier Neualtwil können 16 Mehrfamilienhäuser mit rund 200 Wohnungen realisiert werden. Nach einem mehrjährigen Zwist haben Anwohner und Bauherrschaft vor Gericht einen Kompromiss gefunden.
Simon Dudle
Begegnungszone Neualtwil: So soll das zu erbauende Mittelstück des Quartiers aussehen. Über den Verlauf der Wege gibt es nun einen Konsens. (Bild: Visualisierung: PD)

Begegnungszone Neualtwil: So soll das zu erbauende Mittelstück des Quartiers aussehen. Über den Verlauf der Wege gibt es nun einen Konsens. (Bild: Visualisierung: PD)

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

Neualtwil ist ein eigener Mikrokosmos innerhalb der Stadt Wil. Die Bewohner leben nahe aufeinander, dafür sorgen Grünräume für Entspannung. Es gibt diverse Innenhöfe und Bastelräume. Man begegnet sich. Dies unter anderem auch dank einem engmaschigen Wegsystem, welches durch das Quartier führt.

So erstaunt es wenig, dass ausgerechnet die Fusswege der Zankapfel waren, als es darum ging, Neualtwil baulich zu vervollständigen. Zwischen den beiden bereits bestehenden Quartierteilen ist nämlich ein 40000 Quadratmeter grosses Stück Land eingezont. Auf diesem sollen in zwei Etappen 16 weitere Mehrfamilienhäuser mit 200 Wohnungen gebaut werden. Somit wird Neualtwil künftig rund 470 Wohnungen umfassen. Das Land gehört seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts der Firma HRS Real Estate AG, welche zusammen mit der Ed. Vetter AG als Bauherrin auftritt. Allerdings sind im Grundbuch verpflichtend zu bebauende Wegverbindungen eingetragen. Davon wollte die Bauherrschaft allerdings nichts mehr wissen. Aus Anwohnersicht weichen die Baupläne stark von der ursprünglichen Grundphilosophie des Quartiers ab. Anwohner schlossen sich im Jahr 2010 zur IG Pro Neualtwil zusammen. Seither kämpften die rund 50 Mitglieder wiederholt auch vor Gericht für ihre Rechte.

Unzufrieden mit der Stadt Wil

Zwei privatrechtliche Klagen wurden Ende des vergangenen Jahres vor dem Kreisgericht Wil verhandelt. Noch bevor der zuständige Richter ein Urteil sprach, konnten sich die Parteien gütlich auf einen Vergleich einigen. Dieser sieht folgende zusätzliche Elemente vor: einen asphaltierten Weg hinab in die Fläche zum geplanten Radweg, einen Kiesweg durch die beiden Häuserreihen, ein Rasenspielfeld und drei Aufenthaltsbereiche mit Sitzbänken. «Wir sind überzeugt, dass die Qualität der zukünftigen Bebauung im Sinn der ursprünglichen Wegrechte verbessert wurde», sagt Kurt Stocker, Vorstandsmitglied der IG Pro Neualtwil.

Urs Vetter von der Ed. Vetter AG sagt: «Zwar teilen wir die Rechtsauffassung der IG nicht. Eine einvernehmliche Lösung ist jedoch einem jahrelangen Rechtsstreit allemal vorzuziehen.» Da die Baubewilligung vorliegt, steht dem Baustart juristisch nun nichts mehr im Weg. Wann die Bagger auffahren, kann Urs Vetter aber noch nicht sagen.

Nicht zufrieden ist die IG mit dem Verhalten der Stadt Wil. «Wenn die Anwohner im Sinn eines partizipativen Verfahrens bereits am Anfang einbezogen worden wären, hätte mit kleinerem Aufwand eine noch bessere Lösung gefunden werden können», sagt Stocker. Philipp Gemperle, Kommunikationsverantwortlicher der Stadt Wil, kontert: «In dieser Angelegenheit hatte die Stadt über die vergangenen Jahre zahlreiche Kontakte mit der IG Pro Neualtwil. Neben den offiziellen Gesprächen und Verhandlungen fanden auch informelle Kontakte statt. Dass dabei Meinungsverschiedenheiten bestehen bleiben können, liegt in der Natur der Sache.»

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