WIL: Das Glück schwebt nach Wil

Mit einem Ballon macht die Gesellschaft schweizerisch-tibetische Freundschaft auf die Situation in Tibet aufmerksam. Der Ballon «Tashi» macht auch in Wil Halt. Doch nicht überall darf er landen.

Jonas Manser
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Der mit der tibetischen Flagge bedruckte Ballon macht auf die Situation in Tibet aufmerksam. (Bild: PD)

Der mit der tibetischen Flagge bedruckte Ballon macht auf die Situation in Tibet aufmerksam. (Bild: PD)

Jonas Manser

jonas.manser@wilerzeitung.ch

«Tashi», was «Glück» auf Deutsch bedeutet, ist ein Heissluftballon, bedruckt mit der tibetischen Flagge, der in einer Aktion der Gesellschaft für schweizerisch-tibetische Freundschaft (GSTF) auf die momentane Lage in Tibet aufmerksam macht. Die Tour des Ballons startet in Riehen bei Basel und landet nach Stopps in Bern, Solothurn und anderen Städten am 22. September auch in Wil auf der Weiherwiese. Interessierte können dabei einen Fesselflug unternehmen, also mit dem im Boden verankerten Ballon auf- und absteigen. Eine Festwirtschaft sorgt mit tibetischen Teigtaschen für Verpflegung, es werden Tänze aufgeführt und Gasballone mit der tibetischen Landesflagge steigen gelassen.

Winterthur sagt Nein zu «Tashi»

Doch nicht überall darf der Fesselballon der Aktivisten aufsteigen. So bekam die GSTF zum Beispiel von der Stadt Winterthur keine Erlaubnis, berichtete der «Landbote». Für Thomas Bücheli, Präsidenten des GSTF, ist die Absage unerklärlich: «Dass wir bei solchen friedlichen und positiven Aktionen nicht unterstützt oder gar behindert werden, ist für uns stets gewaltlose Tibet-Aktivisten sehr schwer verständlich», sagt er gegenüber dem «Landboten». Rahel Egli, Polizeisprecherin der Stadt Winterthur, weist jedoch politische Gründe ab. Die Ballonlandung sei nicht bestimmungskonform, erklärte sie dem «Landboten». In Zürich oder Luzern wurde dem Ballon ebenfalls aus technischen Gründen keine Landeerlaubnis erteilt. In Wil scheint alles ohne Probleme über die Bühne zu gehen. «Der Inhalt des Anlasses stellt kein Problem dar», sagt Stefan Hauser, Leiter Kommunikation der Stadt Wil. Es seien jedoch einige Bewilligungen notwendig gewesen, um den Ballon steigen lassen zu dürfen. Darunter auch die Genehmigung für den sogenannten «gesteigerten Gemeingebrauch». Einfach gesagt: eine Erlaubnis, öffentliche Sachen zu benutzen.

Bewilligungen erforderlich

Das kann vom einfachen Flyer-Verteilen an öffentlichen Orten bis hin zu grossen Strassenfesten reichen. Im Falle von «Tashi» müsse der Pilot des Ballons über eine Bewilligung verfügen sowie die Verantwortung über die Sicherheit der Fahrgäste übernehmen können.

Für den Verkauf der Teigtaschen ist zudem ein Festwirtschaftspatent erforderlich. In Anbetracht der bürokratischen Richtlinien, die eingehalten werden müssen, ist eine Absage aus politischen Motiven wohl eher weit hergeholt.