Wil
Das Chällertheater öffnet nach zwei abgebrochenen Saisons seine Türen wieder – im Gegensatz zur Tonhalle dürfen aber nicht alle Plätze besetzt werden

Renato Kaiser wird am 29. Oktober die Saison im Wiler Chällertheater eröffnen. Neben der Zertifikatspflicht gilt auch eine Kapazitätsbegrenzung. Nur zwei Drittel der Plätze dürfen besetzt werden. Auch im Chössi-Theater in Lichtensteig werden die Plätze beschränkt.

Larissa Flammer, Felicitas Markoff
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Nächste Woche öffnet das Chällertheater im Wiler Baronenhaus wieder seine Türen. Im Bild der Hintereingang an der Kirchgasse.

Nächste Woche öffnet das Chällertheater im Wiler Baronenhaus wieder seine Türen. Im Bild der Hintereingang an der Kirchgasse.

Bild: Larissa Flammer

«Recht kümmerlich» sei die letzte Saison gewesen, heisst es in einer Medienmitteilung des Chällertheaters Wil. Schuld war die zweite Welle der Coronapandemie. Im Oktober 2020 ging es los, bis im Dezember konnten drei Anlässe stattfinden, danach musste die Saison, die eigentlich jeweils bis im März dauert, abgebrochen werden. Nun teilen die Verantwortlichen mit:

«Dieses Jahr freut sich das Chällertheater auf eine gute neue Theatersaison.»

Den Auftakt macht der Ostschweizer Satiriker und Komiker Renato Kaiser. Er gastiert am Freitag, 29. Oktober, mit seinem neuen Stück «Hilfe» im Keller des Baronenhauses in der Wiler Altstadt. Der Vorverkauf auf der Website des Chällertheaters läuft bereits.

Renato Kaiser tritt nicht zum ersten Mal im Wiler Chällertheater auf.

Renato Kaiser tritt nicht zum ersten Mal im Wiler Chällertheater auf.

Bild: PD

Mit einem 3G-Konzept will das Chällertheater dem Publikum ein sicheres und uneingeschränktes Kleinkunsterlebnis bieten. Es gilt also eine Zertifikatspflicht. Trotzdem wird es kein volles Haus geben, wie Christa Elser vom Chällertheater sagt: «Wir Kleintheater dürfen die Plätze zu zwei Dritteln füllen.»

Christa Elser, Programmverantwortliche Chällertheater Wil.

Christa Elser, Programmverantwortliche Chällertheater Wil.

Bild: PD

Das Team hat deshalb einen Teil der Stühle entfernt, damit die Besucherinnen und Besucher nicht mehr so gedrängt sitzen. «So fühlen sich die Leute vielleicht auch etwas wohler», sagt Christa Elser. Eine Maskenpflicht bestehe nicht. Wer sich damit sicherer fühle, könne aber selbstverständlich gerne eine tragen.

Tonhalle ist auf Abonnenten angewiesen

Ebenfalls keine Maskenpflicht, aber auch keine Kapazitätsbeschränkung gibt es in der Tonhalle Wil. Dort läuft die Saison seit Mitte September, zwei Vorstellungen fanden bisher statt. Die erste war praktisch ausverkauft, die zweite nur zur Hälfte. Mit Blick auf die laufende Saison sagt Gesamtleiterin Florence Leonetti:

«In der Tonhalle Wil sind keine Vorstellungen ausverkauft. Vor zwei Jahren wäre das anders gewesen.»
Florence Leonetti, Gesamtleiterin Tonhalle Wil.

Florence Leonetti, Gesamtleiterin Tonhalle Wil.

Bild: PD

Die Coronapandemie habe das verändert. Weil der Einzelverkauf nicht besonders gut laufe, seien die Abonnentinnen und Abonnenten sozusagen die Rettung für die Tonhalle, sagt Florence Leonetti. Wie sich die Coronapandemie finanziell auf die subventionierte Tonhalle auswirkt, kann die Gesamtleiterin derzeit nicht sagen: «Das wissen wir erst, wenn die Pandemie vorbei ist.» Wahrscheinlich könne die Tonhalle im Jahr 2023 eine finanzielle Bilanz ziehen.

Dass das Publikum jetzt wieder Theater besuchen könne und mit dem Zertifikat keine Maske anziehen müsse, wirke sich positiv auf die Stimmung aus. Es gebe nur vereinzelte Personen, die trotzdem eine Maske anziehen.

Keine Saisonkarten im Chällertheater

Das Chällertheater verzichtet diese Saison auf den Verkauf von Abonnements. Für alle Veranstaltungen müssen einzeln Tickets gekauft werden. «Es war uns zu unsicher», sagt Christa Elser. Wird eine Saison abgebrochen, müssen die Saisonkartenbesitzerinnen und -besitzer entschädigt werden. Vor dieser Herausforderung stand das Chällertheater-Team bereits vor eineinhalb Jahren, als die Saison wegen des ersten Lockdowns abgebrochen werden musste.

Finanziell steht das Chällertheater trotz der beiden verkürzten Saisons immer noch gut da. Christa Elser sagt:

«Wir sind privilegiert.»

Das Team arbeite ehrenamtlich und das Kleinkunst-Theater stehe unter dem Patronat der Wiler Ortsbürger. Vor einem Jahr hätten sie die Saison trotz der drohenden zweiten Welle starten wollen, um Künstlerinnen und Künstlern Gagen zahlen zu können. Dieses Mal soll es aber wieder eine vollständige Saison geben. Der Vorverkauf für den Auftakt mit Renato Kaiser laufe gut. Werden nicht alle Tickets im Vorfeld verkauft, ist jeweils auch die Abendkasse geöffnet.

Tickets und das Saisonprogramm gibt es auf der Website www.chällertheater.ch. Anfang März kommen Patti Basler und Philippe Kuhn mit ihrem Programm «Nachsitzen» ins Wiler Baronenhaus. «Schon zweimal mussten wir ihren Auftritt absagen», sagt Christa Elser. Zuerst im März 2020 und dann auch im März 2021. Nächstes Jahr soll es endlich klappen.

Chössi-Theater hat Plätze reduziert

Im Toggenburger Kleintheater Chössi in Lichtensteig läuft die Jubiläumssaison ebenfalls bereits seit September. Diesen Monat wird noch achtmal die Eigenproduktion «Tigg-Tagg-Toggenburg» aufgeführt. Ein Blick auf die Website zeigt, dass die Tickets für einige der Daten bereits ausverkauft sind. Weitere Auskünfte zum Verlauf der Saison waren von Chössi-Präsident Volker Ranisch für diesen Artikel nicht zu erhalten.

Das Chössi-Theater in Lichtensteig.

Das Chössi-Theater in Lichtensteig.

Bild: PD

Wie es auf der Website heisst, ist der Zutritt für alle Vorstellungen im Chössi-Theater ab 16 Jahren ausschliesslich mit einem gültigen Covid-19-Zertifikat möglich. Um dem Publikum mehr Platzfreiheit zu gewähren, hat das Lichtensteiger Kleintheater die Anzahl Sitzplätze auf 80 limitiert. Es ist eine Platzreservation erforderlich.

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