Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

WIL: Bombendrohung und Brände in der Klinik Wil

Morgen muss sich eine 26-Jährige vor dem Kreisgericht Wil in Flawil verantworten, weil sie vom Handy ihres Ex-Freundes eine Bombendrohung verschickt haben soll. Zudem zündete sie in der Klinik Wil zwei Abfallkübel an.
Simon Dudle
Weil eine Frau zwei Abfallkübel anzündete und eine Bombendrohung verschickte, steht sie morgen vor Gericht. Themenbild (Bild: : Susanne Basler)

Weil eine Frau zwei Abfallkübel anzündete und eine Bombendrohung verschickte, steht sie morgen vor Gericht. Themenbild (Bild: : Susanne Basler)

«Guten tag. Hier Bombendrohung in Psychiatrischen Klinik WIL SG Ca. 19:00 Uhr Grüssli», stand in der Kurznachricht, welche die damals knapp 25-Jährige Ende Juni des vergangenen Jahres an die Rettungsflugwacht verschickte. Die in der Psychiatrischen Klinik Wil Wohnhafte tat es aber nicht vom eigenen Handy aus, sondern von jenem ihres Ex-Freundes, der seit Kurzem mit einer neuen Partnerin liiert war. Das Mobiltelefon hatte dieser der Beschuldigten einige Monate zuvor zum Gebrauch überlassen.

Die von der Rega verständigte Polizei zog in der Folge rund um die Klinik ein Dispositiv auf. Zudem führte sie beim Inhaber des Handys eine Hausdurchsuchung durch und nahm ihn zur Befragung mit auf den Polizeiposten Oberbüren.

Laut der Anklageschrift hatte die Beschuldigte zwar nie die Absicht, eine Bombe zu bauen und zu zünden. Jedoch wusste sie, dass ihr Ex-Freund durch das Versenden dieser SMS Probleme mit der Polizei bekommt.

Stationäre Massnahme statt Haftstrafe

Auch wegen zweier anderer Vorfälle muss sich die Frau morgen vor dem Richter verantworten. Im Oktober 2016 hatte sie in ihrem Zimmer in der Psychiatrischen Klinik einen Papierkorb in Brand gesteckt. Dies tat sie laut der Staatsanwaltschaft aus Wut, weil ihre zu jenem Zeitpunkt schlafende Zimmergenossin am anderen Tag entlassen werden sollte. Pflegepersonal konnte den Brand löschen. Die Beschuldigte wurde ins Isolierzimmer gebracht, wo sie kurze Zeit später eine Spezialmatratze anzündete, was zu einem Mottbrand mit starker Rauchentwicklung führte. Die Beschuldigte musste von der betriebseigenen Feuerwehr und Personal gerettet werden. «Mitpatienten und Pflegepersonal wurden an Leib und Leben gefährdet», schreibt die Staatsanwaltschaft in der Anklage. Der Sachschaden beläuft sich auf einen tiefen fünfstelligen Betrag.

Folgt der Richter morgen dem Antrag der Staatsanwaltschaft, wird die Beschuldigte zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Diese soll zu Gunsten einer stationären Massnahme aufgeschoben werden.

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.