Wil bleibt attraktiv für Garagen

Die Liga in Wil erhält mit VW die zehnte Markenvertretung. Möglich macht dies der Rückzug der City-Garage AG. Neues gibt es auch bei BMW: Die Sepp Fässler AG will einen Neubau realisieren.

Hans Suter
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Die Liga an der Toggenburgerstrasse hat neun Marken-Vertretungen. Mit der Übernahme der City-Garage-Filiale Wil an der Rainstrasse kommt VW als zehnte hinzu. (Bild: Hans Suter)

Die Liga an der Toggenburgerstrasse hat neun Marken-Vertretungen. Mit der Übernahme der City-Garage-Filiale Wil an der Rainstrasse kommt VW als zehnte hinzu. (Bild: Hans Suter)

Das Garagengewerbe steckt mitten in grossen technischen und strukturellen Veränderungen. Besonders stark ist das aktuell in Wil zu beobachten. Die augenfälligsten Veränderungen betreffen derzeit die Marken VW und BMW. Die City-Garage AG mit Sitz in St. Gallen und Filialen in Wil, Heiden und Goldach hat dieser Tage bekanntgegeben, ihre Niederlassung in Wil aufzugeben und per 1. Januar 2017 an die Liga Lindengut-Garage AG in Wil zu verkaufen. Alle Mitarbeitenden werden von der Liga übernommen. Bereits vergangenes Jahr wurde die Niederlassung Rickenbach aufgegeben und in die City-Garage Wil integriert. Ursache für diese Veränderung ist in erster Linie die Vertragskündigung der Amag. Die Schweizer Importeurin von Automobilen wie VW, Audi und Seat des deutschen Volkswagenkonzerns hat sämtliche Verträge mit der City-Garage AG gekündigt. Dies zwingt das St. Galler Unternehmen, sich eine neue Strategie zu geben und neu am Markt zu orientieren.

Importeur als Garagist ist abgewehrt

Für die Wiler Traditionsgarage Liga bedeutet der Zukauf der Wiler Niederlassung der City-Garage AG eine markante Ergänzung. Mit VW erhält die Liga eine sogenannte Volumenmarke: Jedes achte in der Schweiz verkaufte Auto ist ein VW. Liga-Verwaltungsratspräsident Bruno Jäger bestätigt, dass er mit der Amag bereits einen Vertrag hat abschliessen können. Damit wird die vor allem als Mercedes-Vertretung bekannte Liga ab 1. Januar 2017 auch VW-Partnerin. Das Markenportfolio der Liga umfasst somit neu Abarth, Alfa Romeo, Cadillac, Camaro, Corvette, Fiat, Jeep, Lancia, Mercedes und VW. Bei den Mitbewerbern auf dem Platz wird mit einer gewissen Erleichterung zur Kenntnis genommen, dass es dank des Vertrags mit der Liga nicht zu einer VW-Vertretung des Importeurs kommt. In grösseren Städten gehören die Garagen heute zu einem grossen Teil direkt den Importeuren, was durch deren Dominanz zu Wettbewerbsverzerrungen führen kann. In Wil gibt es bislang keine Markenvertretung eines Importeurs.

Bedeutende Investition in die Zukunft

Weitere Veränderungen zeichnen sich bei der bayrischen Traditionsmarke BMW in Wil ab. Sepp Fässler von der gleichnamigen Appenzeller BMW- und Mini-Vertretung bestätigt, dass er in einen Neubau investieren will. Da er sich aktuell mitten in der Projekt- und Bewilligungsphase befindet, möchte er noch keine detaillierten Auskünfte geben. Bekannt ist, dass der Neubau in das Wilfeld nahe Möbelhaus Lipo und Autobahnanschluss zu stehen kommen soll. Die Realisierung dieser Absicht würde eine bedeutende Investition in die Zukunft darstellen und bestätigt zugleich den Glauben an den Wirtschaftsstandort Wil.

Was mit den dadurch frei werdenden Werkstatt- und Ausstellungsräumen der heutigen BMW-Garage an der Toggenburgerstrasse geschieht, ist offen. Es ist davon auszugehen, dass die Fläche nach Möglichkeit in eine spätere Gesamtüberbauung des einstigen Agrar-Industrieareals einbezogen wird.

Auch bei anderen Marken bahnen sich grössere Veränderungen an. Diese sind aber noch nicht spruchreif, weshalb noch niemand nähere Angaben dazu machen möchte.