WIL: Bewohner wollen keine autofreie Altstadt

Die Bewohner und Gewerbetreibenden in der Altstadt wollen das Auto weiterhin nicht aus dem historischen Kern verbannen. Das ist das vorläufige Ergebnis einer nicht repräsentativen Umfrage unter den Mitgliedern der Altstadtvereinigung.

Hans Suter
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Die Mehrheit des Stadtparlaments wünscht eine autofreie Altstadt. Die Altstadtvereinigung hält an den heutigen Parkplätzen fest. (Bild: Hans Suter)

Die Mehrheit des Stadtparlaments wünscht eine autofreie Altstadt. Die Altstadtvereinigung hält an den heutigen Parkplätzen fest. (Bild: Hans Suter)

Hans Suter

hans.suter@wilerzeitung.ch

Die Wiler Altstadt soll dereinst autofrei werden. Diese Empfehlung hat das Wiler Stadtparlament Ende August auf Antrag der SP-Fraktion zur Aufnahme in das neue Altstadtleitbild verabschiedet. Dabei handelt es sich zwar nur um eine Willensäusserung und keinen verbindlichen Beschluss. Die Empfehlung des Parlaments hat dennoch zu Diskussionen in der Altstadtvereinigung geführt.

Der Vorstand lancierte daraufhin eine erneute Umfrage bei den Mitgliedern. Mittlerweile liegt die Auswertung der ersten Ergebnisse vor.

Nein-Haltung wird erneut bekräftigt

«Wir haben von 17 Personen beziehungsweise Paaren (Bewohner, Gewerbetreibende und Liegenschaftseigentümer) Rückmeldungen erhalten», schreiben Vereinspräsident Simon Lumpert und Vizepräsident Christian Naef im aktuellen Newsletter an ihre Mitglieder. «Der Vorstand ist sich bewusst, dass die Anzahl der Rückmeldungen nicht repräsentativ ist. Allerdings ist ein Stimmungsbild zum Parlamentsentscheid erkennbar.» So sehen die Resultate im Detail aus: Zwei Bewohner beziehungsweise Paare sprechen sich klar für eine autofreie Altstadt aus. Ein Bewohner hat sich differenziert zur Frage geäussert. Aus Bewohnersicht eher dafür, für Gewerbe, Gastronomie, Bibliothek und Ludothek sieht er grosse Schwierigkeiten. 14 Bewohner beziehungsweise Paare, Gewerbetreibende oder Immobilienbesitzer sprechen sich klar oder sehr klar gegen eine autofreie Altstadt aus.

Die Fragestellung «Autofrei ja oder nein?» hat der Vorstand auch in den sozialen Medien zur Diskussion gestellt. «Auch hier waren die 15 Rückmeldungen klar gegen eine autofreie Altstadt», schreiben Lumpert und Naef. «In den vergangenen drei Wochen wurden wir als Vorstandsmitglieder wiederholt auf die Fragestellung angesprochen. Diese Gespräche zeigten ebenfalls, dass sich viele Bewohner, Gewerbetreibende und Hauseigentümer klar gegen eine autofreie Altstadt aussprechen.»

Ursprünglicher Grundsatz bleibt bestehen

Auch wenn es sich hier aktuell um eine Zielformulierung im neuen Leitbild handele, werde der Vorstand der Altstadtvereinigung das Thema und die Entwicklung kritisch beobachten. «Im neuen Betriebs- und Gestaltungskonzept werden wir uns aktiv einbringen und den ursprünglichen Grundsatz vertreten.» Die Kernpunkte sind: 1. Bewohner, Gewerbetreibende und Liegenschaftseigentümer tragen die Idee einer teilweise autofreien Oberstadt mit (heutiger Zustand), eine autofreie Oberstadt wurde im Forum vom Januar 2016 und in der Vernehmlassung vom Sommer 2016 zum Leitbild klar abgelehnt.

2. Die Stadt Wil benötigt ein Parkleitsystem. Nur so entsteht kein Suchverkehr in der Altstadt. Der Autofahrer soll möglichst früh erkennen, ob in der Oberstadt Parkplätze frei sind oder ob er besser gleich die Tiefgarage Viehmarktplatz nutzen soll.

3. Der Übergang Rosenplatz ist attraktiver und einladender zu gestalten. Dieser «räumliche» Bruch zwischen Oberstadt und Oberer Bahnhofstrasse hemmt den Besucherfluss in Richtung Oberstadt. Die bestehenden Plätze in der Oberstadt sind auf die Nutzungs- und Gestaltungsmöglichkeiten hin zu überprüfen.

Die Altstadtvereinigung nimmt weiterhin Rückmeldungen entgegen (info@altstadtwil.ch). Die Zusammenfassung geht an den Stadtrat und die Parteien.