WIL: Bettenauslastung steigt kontinuierlich

Thurvita schliesst ihr fünftes Betriebsjahr mit einem Gewinn ab. Bei strategischen Projekten seien wichtige Fortschritte erzielt worden, schreibt das Unternehmen.

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Bei einem Umsatz von 29,4 Millionen Franken schliesst das Geschäftsjahr 2017 der Thurvita AG mit einem Gewinn von 176000 Franken ab. Der Betriebsertrag stieg gegenüber 2016 um 720000 Franken. Gleichzeitig stieg der Personalaufwand um 1,2 Millionen Franken, was im Vorjahresvergleich zu einem reduzierten Gewinn führte.

Seit 2015 steigt die Bettenauslastung in den stationären Betrieben kontinuierlich und auch «Thurvita Care» wurde ausgebaut, schreibt die Thurvita in ihrer Medienmitteilung. Daraus habe sich die Notwendigkeit für zusätzliches und höher qualifiziertes Personal ergeben. Thurvita ist mit einem Personalbestand von aktuell 376 Mitarbeitenden einer der grossen Arbeitgeber in der Region.

Wirtschaftlich selbsttragend sein

Die bessere Bettenauslastung wirkte sich positiv auf der Einnahmeseite aus. Ausserdem nahmen die höher vergüteten Pflegestufen zu. Dies hat einen direkten Zusammenhang mit «Thurvita Care» und dem dort verfolgten Projekt «Brücke nach Hause». Einerseits konnten im vergangenen Jahr 35 Patienten nach einem Spitalaufenthalt und einer Übertrittsphase bei «Thurvita Care» in die eigenen vier Wände zurückkehren. Sie werden von der Thurvita Spitex betreut, welche ihre Dienste an sieben Tagen während 24 Stunden anbietet. Anderseits benötigen jene Betagten, die aus «Thurvita Care»- Programm in eine stationäre Einrichtung übertreten, einen höheren Betreuungsbedarf. Sie haben bei den Neueintritten Priorität.

Als gemeinnützige Aktiengesellschaft, die vier Gemeinden gehört, ist Thurvita bestrebt, wirtschaftlich selbsttragend zu sein. Dazu gehören auch die nachhaltige Sicherung der Immobilien und der dafür notwendigen Abschreibungen. Ein besonderes Augenmerk galt dabei dem Alterszentrum Sonnenhof im Hinblick auf den dort absehbaren Renovationsbedarf. 2015 startete das Projekt «Nachhaltige Wirtschaftlichkeit beim Alterszen­trum Sonnenhof» mit dem Ziel einer betriebswirtschaftlich ausgeglichenen Rechnung bis Ende 2018. Dieses Ziel sei bereits Ende 2017 erreicht worden und mit einem EBIDTA von 13 Prozent stehe der Betrieb nun finanziell auf gesunden Beinen, heisst es weiter in der Mitteilung.

Höhere Bruttorendite pro Bett

Die gute wirtschaftliche Basis zeigt sich bei der höheren Bruttorendite pro Bett und tieferen, normierten Pflegekosten. Erreicht worden sei dies durch eine konsequente Codierung der Leistungen, ein besseres Management bei der Bettenauslastung und den noch flexibleren Einsatz des Personals, teilt die Thurvita mit. Auch die Hotellerie habe wesentlich zur Ertrags- und Effizienzsteigerung beigetragen. Dazu gehören das Restaurant «Chez Grand Maman» und die neue, eigenständige Produktion für den externen Mahlzeitendienst mit über 35000 Einheiten.

Für das Quartierzentrum in Bronschhofen wurde 2017 eine Wiler Lösung erarbeitet. Die katholische Kirchgemeinde Wil, die Genossenschaft Alterswohnungen Wil und Thurvita einigten sich im Grundsatz darauf, das Projekt «Älter werden im Quartier» gemeinsam entwickeln und realisieren zu wollen. Gleichzeitig wurde das Betriebskonzept weiterentwickelt. Für das laufende Jahr wird die Erteilung des Baurechts durch den Stadtrat erwartet, damit das Quartierzentrum 2021 eröffnet werden kann.

Die wachsende Anzahl dementer Personen im fortgeschrittenen Alter bestärkt die Notwendigkeit neuer Lösungen im Bereich Pflege und Betreuung. Das geplante «Kompetenzzentrum Demenz» der Thurvita soll in Rossrüti realisiert werden. Der 2017 lancierte Architekturwettbewerb wird im August abgeschlossen. Bereits weit entwickelt ist ein neuartiges Betreuungs- und Pflegekonzept, welches mittels kleiner Wohneinheiten und einer bereichsübergreifenden Pflege die Bedürfnisse und Ausprägungen der Demenzkranken auffangen soll. (pd)