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WIL: Bergholz erhält «Pool» mit Clips

Aus dem Wettbewerb «Kunst am Bau» im Sportpark Bergholz ist eine Videoinstallation des Künstlers Christoph Rütimann als Siegerprojekt hervorgegangen. Er zeigt die Anlage damit aus ungewohnten Perspektiven.
Ursula Ammann
Das Projekt «Handlauf Sportpark Bergholz» besteht aus zwei Monitoren an den Fassaden des Hallenbades und der Eishalle. Verbunden sind sie durch das Geländer auf der Plattform. Gespiesen werden sie mit Videosequenzen von Kameraläufen auf dem Areal. Auch in die Technik der Anlage kann man so einen Blick erhaschen.Visualisierungen: PD

Das Projekt «Handlauf Sportpark Bergholz» besteht aus zwei Monitoren an den Fassaden des Hallenbades und der Eishalle. Verbunden sind sie durch das Geländer auf der Plattform. Gespiesen werden sie mit Videosequenzen von Kameraläufen auf dem Areal. Auch in die Technik der Anlage kann man so einen Blick erhaschen.Visualisierungen: PD

Ursula Ammann

ursula.ammann@wilerzeitung.ch

Die Kamera fährt dem Geländer entlang und düst dann die gelbe Rutschbahn herunter. Sie rollt neben dem Beckenrand her über das Laub, das am Boden liegt. Dabei erhascht man einen Blick ins leere Bassin und auf einen Mitarbeiter. Er ist wohl mit Reinigungsarbeiten beschäftigt. Doch der Fokus bleibt auf der Linie, dem Beckenrand, folgt diesem unaufhörlich.

Bewegte Bilder wie diese sind Teil der Videoinstallation des Künstlers Christoph Rütimann. Sein Projekt «Handlauf Sportpark Bergholz» ist als Sieger aus dem Wettbewerb «Kunst am Bau» im Sportpark Bergholz hervorgegangen (siehe Infokasten). Die Jury wird es der Stadt zur Umsetzung vorschlagen. Es steht ein Budget von 120000 Franken zur Verfügung.

Das auserwählte Projekt besteht aus zwei sich gegenüberliegenden witterungsbeständigen Flachbildschirmen, die in die Fassade des Hallenbads beziehungsweise der Eishalle versenkt werden. Verbindendes Element ist das Geländer auf der Plattform zwischen den beiden Gebäuden, das auf beiden Seiten in die Monitore mündet. Gespiesen werden die Bildschirme mit fünf bis acht verschiedenen Clips aus einem «Handlaufvideopool». Sie zeigen visuell, aber auch akustisch Kameraläufe auf dem Areal des Sportparks. Dabei ergeben sich für den Betrachter Perspektiven, die er als gewöhnlicher Besucher gar nicht mitbekommt. Allen Sequenzen gemeinsam ist, dass die Kamera sich entlang von bestimmten Linien bewegt: Geländern, Dachkanten oder Beckenrändern, beispielsweise. Es können aber auch Rohre im Untergrund sein, womit sich das Innenleben der Anlage nach aussen kehrt.

Handläufe als roter Faden im Kunstschaffen

Die Beschäftigung mit Linien bildet einen roten Faden im Schaffen Rütimanns. Unter dem Übertitel «Geh-Länder» macht er mit seiner Kamera Handläufe auf der ganzen Welt. Etwa entlang des Geländers auf der Galatabrücke in Istanbul.

Doch zurück nach Wil: Das Projekt «Handlauf Sportpark Bergholz» überzeuge, weil es «unglaublich gut lesbar», «für alle zugänglich» sei und die Menschen involviere, sagte Roland Wäspe, Direktor des Kunstmuseums St. Gallen und Mitglied der elfköpfigen Jury, an der Vernissage vom Montagabend.

Die Videoinstallation verbinde die beiden Polaritäten kalt und warm, sagte Renato Tamburlini, Leiter Hochbau der Stadt Wil und ebenfalls Jurymitglied. «Das lässt auch einen Link zum Energieaustausch zu.» Denn der Wärmeüberschuss, den die Eisproduktion für das Eisfeld in der Eishalle erzeugt, wird für die Hallenbadbeheizung genutzt.

Christoph Rütimann selbst betonte, sein Projekt sei etwas, «das nicht fertig ist», sondern sich ausweiten könne. Denkbar wäre für ihn auch eine Kamerafahrt über den Sportpark Bergholz hinaus – durch Wil beispielsweise. Vielleicht gebe sich auch einmal eine Zusammenarbeit mit Vereinen oder Personen, deren Verbindung zum Sportpark man mit der Kamera nachzeichnen kann. Ziel ist, dass bis in einem Jahr die Monitore sowie ein Grundpool mit Videoclips realisiert sind.

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