WIL: Bei Wil gegen Chiasso kommt es zum Eklat

Dem FC Wil gelingt es nicht, eine positive Serie zu starten. Bei der 2:3-Heimniederlage gegen Chiasso überdecken defensive Schnitzer offensive Fortschritte. Für einen Eklat sorgt Chiassos Direktor Nicola Bignotti, der innerhalb eines Jahres zum dritten Mal negativ auffällt.

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Die Wiler Abwehr mit Michael Gonçalves und Captain Marko Muslin (hinten) war nicht über alle Zweifel erhaben. (Bild: Gianluca Lombardi)

Die Wiler Abwehr mit Michael Gonçalves und Captain Marko Muslin (hinten) war nicht über alle Zweifel erhaben. (Bild: Gianluca Lombardi)

Es ist wie beim Leiterlispiel: einen Schritt vorwärts, einen zurück. Nachdem die Wiler bei den vorangegangenen Unentschieden in Wohlen und gegen Servette aufsteigende Tendenz hatten erkennen lassen, folgte gegen Chiasso trotz couragierter Leistung der nächste Rückschlag. Das 2:3 war die x-te Niederlage, welche keineswegs zwingend war. Es war auch die x-te Niederlage, bei welcher dem Gegner mit Eigenfehlern die Tore fast schon aufgelegt wurden. «Wir haben gut gespielt, aber drei dumme Eigenfehler gemacht», sagte Caine Keller. Auch der aus Mangel an Aussenverteidigern zum Defensivspieler umfunktionierte Keller trug eine Mitschuld, da er bereits nach 90 Sekunden einen Penalty verursachte, der Chiasso früh in Front brachte. Die anderen beiden Gegentore fussten in Stellungsfehlern der Wiler Hintermannschaft.

Damit rutschte Wil ans Tabellenende ab. «Die Situation ist nicht schön. Aber das Entscheidende ist der Gesamtauftritt. Keiner kann der Mannschaft böse sein. Sie hat bis zum Schluss gekämpft. Es fehlte das Quäntchen Matchglück», sagte Fünfstück hinterher.

Tumultartige Szenen beim Spielertunnel

Das Spiel war auch geprägt von diversen Randgeschichten. Eine erste ereignete sich kurz vor der Pause, als der nicht eingesetzte Wiler Ersatzspieler Andelko Savic wegen Meckerns eine gelbe Karte kassierte. In der Schlussphase wurde zuerst Fünfstück wegen Reklamierens auf die Tribüne verwiesen, ehe es in der Nachspielzeit beim Spielertunnel zu tumultartigen Szenen kam.

Schliesslich erhielt Nicola Bignotti, Direktor des FC Chiasso, ebenfalls den Marschbefehl Richtung Tribüne. Dieser soll laut Angaben von Wiler Vereinsverantwortlichen Drohungen ausgesprochen haben. Glaubt man diesen Schilderungen, hat es bereits in den Minuten zuvor Probleme gegeben. Als Bignotti in der IGP-Arena der Zutritt zur VIP-Lounge des FC Wil untersagt worden war, habe er nach der Polizei geschrien. Die Schiedsrichter erkundigten sich kurz nach der Partie nach dem Namen Bignottis. Der FC Wil meldete gestern den Vorfall der Swiss Football League.

Bignotti fällt nicht zum ersten Mal negativ auf. Vor knapp einem Jahr setzte es für ihn einen Verweis der Swiss Football League ab, nachdem er bei einer 1:2-Niederlage Chiassos in der Dernière des alten Schaffhauser «Breite»-Stadions aus Wut zwei Werbetafeln weggekickt hatte. Die Liga wertete dies als «elementaren Verstoss gegen die Verhaltensregeln des Schweizerischen Fussballverbandes». Als Chiasso im Mai diesen Jahres gegen Schaffhausen eine weitere Niederlage bezog und zu Hause gleich mit 0:6 unterging, wurde Bignotti im Nachgang wegen Beschimpfung des Schiedsrichters mit einer Busse von 1000 Franken belegt. Man darf gespannt sein, ob die samstäglichen Vorkommnisse in der IGP-Arena Konsequenzen nach sich ziehen werden.

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch