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WIL: Bauwirtschaft im luftleeren Raum

In der Stadt liegen mehrere Bauprojekte auf Eis. Grund dafür ist die neue Nutzungsplanung, gegen die drei Rekurse beim Kanton hängig sind. Das Warten führt zu Unmut in der Branche und zu Kritik an der Stadt.
Ursula Ammann
Die aktuelle Gesetzeslage zum Bauen in Wil gleicht einer Baustelle. (Symbolbild: Salvatore di Nolfi/Keystone)

Die aktuelle Gesetzeslage zum Bauen in Wil gleicht einer Baustelle. (Symbolbild: Salvatore di Nolfi/Keystone)

Ursula Ammann

ursula.ammann@wilerzeitung.ch

In der Wiler Bauwirtschaft klemmt es. Nicht, dass es der Branche an Maschinen oder Beton mangeln würde. Vielmehr fehlt ihr in der Äbtestadt die gesetzliche Verbindlichkeit. Der Grundstein dafür wurde zwar gelegt, denn im März 2016 hat das Stadtparlament die Nutzungsplanung (siehe Infokasten), bestehend aus Zonenplan und Baureglement, genehmigt. Allerdings sind gegen das neue Papier nach wie vor drei Rekurse beim kantonalen Baudepartement hängig. Und solange diese nicht behandelt werden, tritt das Gesetz nicht in Kraft. Folglich gibt es keine Rechts- und Planungssicherheit für Projekte, die auf der neuen Grundlage aufbauen. «Ich kenne einige Bauinteressierte, die auf das neue Baugesetz warten», sagt Reto Gehrig, Bauunternehmer und CVP-Stadtparlamentarier.

Es kostet nicht nur Nerven, sondern auch Geld

Einer der Bauwilligen in der Stadt, welcher die Inkraftsetzung herbeisehnt, ist Franklin Muni­shi. Der Geschäftsleiter der Munishi AG plant ein Projekt am Hofberg. Dort will er ein bestehendes Haus abreissen und ein neues bauen, das er selbst bewohnen möchte. Die Planung dafür habe er nach dem neuen Baureglement gemacht. Nur: Sollte dieses nicht oder nicht in dieser Form in Kraft treten, riskiert Munishi, dass sein Projekt rechtswidrig ist. Schon ein Jahr wartet er nun zu mit dem Bau. «Das Haus ist in dieser Zeit leer gestanden», sagt Munishi. Das koste nicht nur Nerven, sondern auch Geld. Auf gut 20000 Franken beziffert er die Kosten, die durch diese gesetzliche Unklarheit bis jetzt entstanden sind. «Es ist sehr mühsam», sagt Franklin Muni­shi. «Auch deshalb, weil wir im Ungewissen gelassen werden.» Man erfahre nicht, wo der Hund begraben liege respektive was Sache sei. Er ist überzeugt: «Die Stadt könnte in dieser Angelegenheit mehr unternehmen und dem Kanton Beine machen.» Des Weiteren bemängelt er die Kommunikation des Departements Bau, Umwelt und Verkehr der Stadt Wil. Als Politiker – Munishi ist Präsident der CVP Wil – werde er zwar ab und zu inne, was gegangen sei, als Bauherr bekomme man aber nichts mit.

«Das Problem ist, dass die Stadt einfach nicht vorwärtsmacht», sagt Benjamin Büsser. Der SVP-Stadtparlamentarier hat im April eine dringliche Interpellation zum neuen Baureglement der Stadt Wil eingereicht und in diesem Zusammenhang den «unhaltbaren Zustand» für die Baubranche kritisiert.

Weitere politische Vorstösse geplant

In seiner Antwort betonte der Stadtrat, er sehe sich «in der Verantwortung, in diesem Prozess eine aktive Rolle wahrzunehmen». Man werde sich für eine möglichst rasche Behandlung der hängigen Rekurse einsetzen und die notwendigen Gespräche führen. Für Büsser ist dies ein Lippenbekenntnis. «Es hat sich seither nichts getan», sagt er. Immer wieder werde er von Personen aus der Baubranche angegangen. Der Unmut sei gross. «Sie befinden sich im luftleeren Raum», so Büsser. «So ist die Situation für die Baubranche in Wil einfach nur schlecht.» Deshalb sieht er sich gezwungen, in deren Interesse erneut politisch vorzugehen.

Wie der Stadtrat in der Antwort auf Büssers Interpellation festhält, ist es auch ihm ein Anliegen, dass die Nutzungsplanung in Kraft tritt und angewendet werden kann. Eine Stellungnahme der Stadt Wil zu den aktuellen Vorwürfen steht noch aus.

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