WIL: Basis für die Integration

Die Stadt eröffnet im September eine Quartierschule. Diese bietet Fremdsprachigen die Möglichkeit, unkompliziert und spielerisch Deutsch zu lernen. Die Lehrpersonen sind Freiwillige.

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Die Sprachkompetenz ist ein wichtiger Baustein, um sich in der neuen Heimat zurechtzufinden. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Sprachkompetenz ist ein wichtiger Baustein, um sich in der neuen Heimat zurechtzufinden. (Bild: Hanspeter Schiess)

Wie können Fremdsprachige möglichst schnell Deutsch lernen und bei ihrer Integration unterstützt werden? Ein Frage, mit der sich auch im Kanton St. Gallen die Gemeinden auseinandersetzen müssen. In Wil bestehe bereits heute ein breites Angebot an entsprechenden Deutsch- und Integrationskursen, heisst es in einer Mitteilung der Stadt.

Ergänzend möchte die Vereinigung der St. Galler Gemeindepräsidentinnen und Präsidenten (VSGP) in allen 77 St. Galler Gemeinden neu sogenannte Quartierschulen einrichten. Dieses Konzept sieht vor, dass Migrantinnen und Migranten in einem 60 Lektionen umfassenden, kostenlosen Starterkurs ein unkomplizierter Einstieg in die deutsche Sprache vermittelt wird. Der Unterricht in diesen neuen Quartierschulen orientiert sich dabei an der Methode des Neuen Lernens.

Alltagssituationen mündlich bewältigen

In spielerischer und positiver Atmosphäre lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, verschiedene Alltagssituationen mündlich zu bewältigen, und können sich gleichzeitig vertraut machen mit den hiesigen Umgangsformen. Die deutsche Sprache wird in diesem Ansatz wie die Muttersprache erworben. Beim Lernen werden dafür möglichst viele Sinne angesprochen und es wird auf einen ausgeprägt kommunikationsorientierten Sprachunterricht geachtet. Im Vordergrund stehen der Mut und die Befähigung zum Sprechen.

Vierwöchiger Pilotkurs

Felix Baumgartner, der Integrationsbeauftragte der Stadt Wil, plant gemeinsam mit dem städtischen Departement Soziales, Jugend und Alter sowie verschiedenen gemeinnützigen Akteuren einen vierwöchigen Pilotkurs in Wil: Ab dem 11. September sollen Migrantinnen und Migranten täglich drei Stunden die Möglichkeit für einen unkomplizierten Einstieg in die deutsche Sprache erhalten. «Ich bin überzeugt, dass der Kurs eine gute Basis für eine gelungene Integration bietet. Denn Sprachkompetenz ist ein wichtiger Baustein, um sich in einer neuen Heimat zurechtzufinden, sich mit den Einheimischen austauschen und sich einbringen zu können», sagt Felix Baumgartner.

Als Kursleiterinnen und -leiter fungieren ehrenamtliche Privatpersonen. Für den geplanten Pilotkurs werden noch engagierte Personen aus der Stadt oder Region Wil gesucht. Interessierte werden nach dem Modell «Train the Trainer» professionell angeleitet und ausgebildet. Dabei lernen sie die notwendigen Techniken kennen und werden dazu ­befähigt, einen kompletten Basiskurs zu unterrichten. In der Regel wird zu zweit unterrichtet, damit sich die beiden Lehrkräfte in den Lektionen gegenseitig unterstützen können. (sk.)