WIL: Bäcker werden nicht warm mit Idee

Seit sieben Wochen bietet der Rickenbacher Werner Schönenberger einen Frühstückslieferservice an. Um zu wachsen, sucht er nach neuen «Partnerbäckereien». Die Backstuben in der Stadt Wil zeigen nur wenig Interesse.

Arcangelo Balsamo
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Werner Schönenberger hat in den vergangenen sieben Wochen 28 Frühstücke an elf Kunden ausgeliefert. (Bild: Malik Schönenberger)

Werner Schönenberger hat in den vergangenen sieben Wochen 28 Frühstücke an elf Kunden ausgeliefert. (Bild: Malik Schönenberger)

WIL. Sieben Wochen sind vergangen, seit Werner Schönenberger aus Rickenbach, Projektinitiant und Inhaber des Unternehmens Qiqi.ch, seine ersten Frühstücke in Züberwangen ausgeliefert hat. Sein Konzept ist simpel: Interessierte können im Internet ihr Frühstück bestellen, welches am Sonntagmorgen an die Haustüre respektive in den Milchkasten geliefert wird. (Wiler Zeitung, 5. August)

Bisher wird das Angebot nur mässig genutzt. An den vergangenen vier Sonntagen wurden lediglich sechs Frühstücke ausgeliefert. Mit ein Grund für den überschaubaren Erfolg ist, dass seit der Lancierung des Projekts keine neuen «Partnerbäckereien» und somit weitere Liefergebiete hinzugekommen sind. Die Gründe dafür sind unterschiedlich.

Planung sorgt für Bedenken

In der Bäckerei Eberle hatte man bereits von Schönenbergers Idee gehört. Interesse an einer Zusammenarbeit bestehe jedoch nicht, sagt Elisabeth Eberle. «Unsere Priorität liegt darin, den Kunden, welche am Sonntagmorgen zu uns in die Bäckerei kommen, weiterhin einen Top-Service anzubieten», erklärt sie. Ausserdem ist sie sich sicher, dass der Kunde lieber selber auswähle, was er zum Frühstück möchte, anstatt ein vom Bäcker zusammengestelltes Paket geliefert zu bekommen. Ein weiterer Aspekt, der gegen eine Kooperation spreche, sei überdies, dass man nicht genau planen könne, wie viel zusätzliche Backwaren Woche für Woche produziert werden müssten.

Auch Edith Sali von der Bäckerei Bisegger sagt, dass besonders die Planung genauer angeschaut werden müsse, bevor eine mögliche Partnerschaft entstehen könnte. Schliesslich möchte man weder zu wenig noch zu viel produzieren. Im Gegensatz zu Elisabeth Eberle ist sie jedoch nicht abgeneigt gegenüber einer möglichen Kooperation mit dem Unternehmen von Werner Schönenberger. «Wir müssten einmal zusammensitzen und die ganze Sache besprechen», sagt sie.

Kunden haben sich verändert

Letztlich gehe es um die Zufriedenheit der Kunden, welche sich in den vergangenen Jahren stark verändert hätten. «Früher wäre niemand auf die Idee gekommen, spontan in die Bäckerei zu gehen und 35 Gipfeli zu kaufen», erzählt Edith Sali. «Damals bestellte man eine so grosse Anzahl im voraus und kam dann im Laden vorbei, um sie abzuholen. Heute ist hingegen alles viel spontaner. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die jüngeren Leute es sich gewohnt sind, jederzeit alles bestellen oder kaufen zu können.»

Adrian Eugster von der Confiserie Hirschy, welche jeweils auch am Sonntag geöffnet hat und somit ein potenzieller Partner wäre, wollte sich nicht zum Thema äussern. Dasselbe gilt für die Bäckerei Kuhn. Wobei dies eher daran lag, dass niemand von der Geschäftsleitung erreicht werden konnte.

Dietsche sonntags geschlossen

Der Feinbeck Dietsche hingegen ist, im Gegensatz zu den anderen befragten Bäckereien, von vornherein kein potenzieller Partner für das Unternehmen von Schönenberger. Am Sonntag bleibt das Geschäft nämlich geschlossen. Lediglich während den Betriebsferien von der Bäckerei Bisegger hat der Laden auch am siebten Tag der Woche geöffnet.

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