WIL: Auf dem Drahtesel von Wil nach Tokio

Von Mai bis Juni lief zum bereits zwölften Mal die Aktion «bike to work». In Wil haben sich Stadträte, Verwaltungsangestellte und auch Lehrer sowie Schüler in den Sattel geschwungen. Nun ziehen sie Bilanz. Sie legten zusammen ganze 14000 Kilometer zurück.

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Velo-Vorbilder der Schulverwaltung mit Stadträtin Jutta Röösli. (Bild: sk)

Velo-Vorbilder der Schulverwaltung mit Stadträtin Jutta Röösli. (Bild: sk)

Für den Arbeitsweg vom Auto aufs Velo umsatteln liegt im Trend. Von Mai bis Juni lief schweizweit die Aktion «bike to work». Über 14000 Kilometer strampelten alleine die Angestellten der Stadt Wil ab. Dies entspricht der Strecke von Wil bis nach Tokio. Der Ergebnis der Aktion «bike to work» wird als Erfolg gewertet. Von Mai bis Juni stiegen schweizweit 55000 Personen für den Arbeitsweg aufs Velo um. Auch in der Energiestadt Wil wurde dieses Jahr ein Rekord erreicht. 60 Mitarbeitende der Stadt, der Technischen Betriebe und der Schulen haben für die Energiestadt Wil mitgemacht. Dabei waren 16 Teams aus allen Departementen.

Bei der Aktion, die von Pro Velo Schweiz organisiert wird, geht es nicht um den simplen Verzicht aufs Auto. Die Aktion hat Wettkampfcharakter. Die Teilnehmenden bildeten Viererteams und fuhren an möglichst vielen Tagen mit dem Velo zur Arbeit. Die symbolische Strecke von Wil nach Barcelona – also 1040 Kilometer – legte Goar Schweizer, Leiter Administration der Technischen Betriebe, in zwei Monaten zurück.

Vom Faltvelo bis zum E-Bike

«Gesundheit wird in der Bevölkerung und in vielen Abteilungen grossgeschrieben», sagt Stefan Grötzinger, Energiebeauftragter der Stadt Wil. Von kurzen Arbeitswegen bis zu längeren Strecken, vom Faltvelo bis zum E-Bike, alles sei an der Aktion vertreten gewesen. «Die Rückmeldungen zeigen, dass sich viele Leute nach der Teilnahme fitter fühlen. Man hat das Gefühl, gesünder zu leben», sagt Grötzinger, der mit gutem Vorbild vorangeht und selber täglich vier Kilometer zum Bahnhof pedalt.

Grötzinger ist überzeugt, dass die Mund-zu-Mund-Propaganda eine wichtige Rolle spielt, dass jedes Jahr mehr Leute an der Aktion teilnehmen. Dies bestätigt Sandra Gehrer Andreoli, Lehrerin im Alleeschulhaus. Sie hat dieses Jahr erstmals mitgemacht. Gehrer Andreoli hat von einer Kollegin von der Aktion erfahren und sich dann näher mit dieser befasst. «Ich konnte schnell drei Arbeitskollegen überzeugen.» Es sei schon eine Umstellung, die Bequemlichkeit des Autos mit dem selber anzutreibenden Drahtesel auszutauschen. «Aber alle bestätigen, dass sie gelassener und wacher sind, wenn sie im Schulhaus ankommen», sagt die Lehrerin. (sk)