WIL: Amtliches Hausverbot schafft Klarheit

Dass die Stadtbehörden einem Thurgauer den Zugang zur arabischen Moschee an der Zürcherstrasse verbieten, ist gesetzlich verankert. Für die Durchsetzung müssen hingegen die Verantwortlichen der Moschee sorgen.

Daniel Wallimann
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Auch in muslimischen Gotteshäusern sind für alle die Regeln gleich. Wer sich nicht daran hält, bleibt draussen. (Bild: DOMINIC FAVRE (KEYSTONE, Symbolbild))

Auch in muslimischen Gotteshäusern sind für alle die Regeln gleich. Wer sich nicht daran hält, bleibt draussen. (Bild: DOMINIC FAVRE (KEYSTONE, Symbolbild))

Die Wiler Stadtbehörden haben einem Iraker mit Wohnsitz im Kanton Thurgau den Zutritt für die arabische Moschee an der Zürcherstrasse in Wil versagt. Laut verschiedenen Quellen soll er in terrornahen Kreisen verkehren. Weil der Mann im muslimischen Gotteshaus durch seine radikalen Einstellungen aufgefallen sei, hat ihn der Moscheeverein den hiesigen Behörden gemeldet und ein Hausverbot beantragt.
 

Behörden haben umgehend reagiert

Der damalige Stadtschreiber Christoph Sigrist hat daraufhin das Gesuch erlassen und die Kantonspolizei St.Gallen darüber informiert. Mit folgendem Grund: «Durch diese amtliche Anzeige kann der Verein nun offiziell belegen, dass er das Verbot ausgesprochen hat, sagt Hansjörg Baumberger, amtierender Stadtschreiber von Wil und Nachfolger von Christoph Sigrist. Eine solche könne zum Beispiel auch ein Wirt gegenüber einem renitenten Gast erstatten. Die Kontrolle des Verbots obliege jedoch dem Gesuchsteller, hier der Moschee. 

«Auch wir werden nicht von uns aus aktiv», sagt Gian Andrea Rezzoli, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen. «Doch sobald der besagte Mann die Moschee betritt, kann ihn der Verein der Polizei melden und wegweisen lassen», ergänzt Baumberger weiter. Die Gesetzeslage im Kanton St.Gallen verunmöglicht so eine Patt-Situation, in der Aussage gegen Aussage steht. «So kann niemand mehr behaupten, er habe von nichts gewusst», sagt Hansjörg Baumberger. 

Der zuständige Imam war wegen Ferien nicht erreichbar. Bislang habe sich der Mann an das Hausverbot gehalten, ist zu vernehmen. Auch von offizieller Seite gibt es keine gegenteiligen Hinweise darauf: «Wir haben bislang keine Meldung erhalten, dass in der arabischen Moschee in Wil ein Hausverbot gebrochen wurde», sagt Gian Andrea Rezzoli abschliessend.