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WIL: Altstadt wird zur Galerie

Bis am 3. November können in zwei Dutzend Schaufenstern und Läden der Altstadt Bilder von acht Wiler Künstlern betrachtet werden. Initiiert wurde diese besondere Ausstellung von «Altstadt Plus».
Carola Nadler
Silvia Berlinger zeigt im elterlichen Café Bilder ihres Bruders Bruno Berlinger. (Bild: Carola Nadler)

Silvia Berlinger zeigt im elterlichen Café Bilder ihres Bruders Bruno Berlinger. (Bild: Carola Nadler)

Carola Nadler

redaktion@wilerzeitung.ch

Um den Passantenverkehr in der Altstadt wieder zu beleben, wurde innerhalb der Wiler Altstadtvereinigung das Label «Altstadt Plus» gegründet. In loser Folge werden Kulturanlässe durchgeführt, die das Leben, Arbeiten und Sein in einer der besterhaltenen historischen Städte der Ostschweiz aufzeigen. Am Freitag wurde mit einer Vernissage bei Widmers Bierspezialitäten eine Ausstellung der besonderen Art eröffnet: Von acht Wiler Künstlern werden rund drei Dutzend Bilder und Skulpturen gezeigt. Allerdings nicht in einem geschlossenen Raum, sondern auf Schaufenster in der Kirch- und Marktgasse verteilt.

Ein Fundus ungeahnter Schätze

Ungeahnte Schätze schlummern im Fundus der Ortsgemeinde, die mangels Ausstellungsmöglichkeiten kaum einmal das Licht der Öffentlichkeit erblicken, wie Simon Lumpert, Präsident der Wiler Altstadtvereinigung, in seiner Begrüssung erläuterte. Das Gleiche gelte auch für Bilder in Privatbesitz. Das Interesse und die Unterstützung seien sehr gross gewesen. Immer wieder seien Wiler auf ihn zugekommen, sie hätten noch dieses oder jenes Bild. «Erst letzten Dienstag ranngte jemand hinter mir her und bot mir noch ein Fenster an.» Zufällig habe er noch ein Bild gehabt, das noch einen Platz suchte. Lumpert lud dazu ein, zu verschiedenen Tageszeiten die Altstadtgassen mit den Bildern zu erleben. Er selber habe dies nun bereits schon zweimal frühmorgens getan und konstatierte: «Die Wiler Altstadt ist mein Kraftort.» Der Name Peterli fehlt natürlich nicht in dieser Ausstellung, es sind aber auch Werke von Karl Glauner, Bruno Berlinger, Georg Rimensberger, Fridolin Thoma, Bruno Schär, Hermi Breitenmoser, Werner Hilber und Urban Blank zu sehen. «Wir konnten ein richtiges Potpourri zusammenstellen», so Lumpert. Von Aquarellen über Zeichnungen bis zu Ölbildern sind zahlreiche Ansichten der Altstadt ausgestellt. Bruno Berlinger beispielsweise war in der Marktgasse aufgewachsen, seine Eltern führten dort eine Konditorei. Seine Schwester Silvia führt in dem ehemaligen Café ein kleines Geschäft und zeigt nun Bilder ihres mittlerweile verstorbenen Bruders. «Bruno war Grafiker, was sich in der Gestaltung seiner Bilder niederschlug», erklärte Silvia Berlinger die Radierungen in ihrem Laden.

Unbekannte Ansichten der Altstadt

«Die Ausstellung bietet die Gelegenheit, sonst unbekannte Ansichten von Wil zu sehen», sagte Silvia Berlinger weiter. Wie die Aussicht auf die Marktgasse vom Estrichfenster ihres Elternhauses aus. Auch habe ihr Bruder die Bilder mit Details ergänzt, die nur Wiler verstehen könnten, so habe er vor dem Haus eines Malers eine Leiter und Farbkübel dazu gezeichnet. Somit wird diese ­spezielle Ausstellung nicht nur Kunstinteressierte anlocken, sondern auch zahlreiche Erinnerungen wieder beleben.

Am Freitag, 20. Oktober, wird um 19 Uhr im Hof die Kunsthistorikerin Claudia Reeb unter dem Gesichtspunkt der Selbstportraits in den ausgestellten Bildern ein Kurzreferat halten.

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