«Wil als Kulturort stärken»: Manuel Quinter löst Matthias Loepfe als Dampflok im Wiler Kulturbahnhof ab

Im Trägerverein des Gare de Lion sind die Leitungsämter neu besetzt: Drei neue Köpfe im Kulturbahnhof-Vorstand.

Adrian Zeller
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Vereinspräsident Matthias Loepfe und Aktuar Simon Müller sind zurückgetreten. Manuel Quinter, Michael Häseli und Michael Schlauri sind die neuen Vorstandsmitglieder (v.l.n.r).

Vereinspräsident Matthias Loepfe und Aktuar Simon Müller sind zurückgetreten. Manuel Quinter, Michael Häseli und Michael Schlauri sind die neuen Vorstandsmitglieder (v.l.n.r).

Bild: Oliver Wiesendanger

Trotz herausfordernden Zeiten für den Gare de Lion, war die Stimmung an der 14. ordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins Kulturzentrum Wil am Freitagabend sehr gelöst; er ist Träger des sogenannten Kulturbahnhofs in der Nähe der grossen Wiler Getreidesilos.

10'000 Gäste pro jahr

Im vergangenen Jahr konnte die Institution ihr dreissigjähriges Bestehen feiern, es wurde mit zusätzlichen Events begangen. Laut Jahresbericht 2019 wurden 74 Partys, Tangoanlässen, Jazz Jam Sessions, Comedyabende und weitere Anlässe organisiert. Die ertragreicheren Veranstaltungen finanzieren jeweils die nicht kostendeckenden. Rund 10'000 Gäste besuchen pro Jahr das Kulturlokal. Bei der Führung des Betriebs helfen um die 60 Personen in unterschiedlichen Funktionen und Arbeitspensen mit. Die Einnahmen und die Ausgaben bewegen sich bei rund einer halben Million Franken.

Manuel Quinter möchte Wil als Kulturort stärken

Die Mitgliederversammlung am vergangenen Freitag war die letzte Zusammenkunft unter der Leitung von Matthias Loepfe, der den Verein 14 Jahre präsidierte. Es sei an der Zeit für einen Wechsel, betonte er. Die rund zwei Dutzend Anwesenden wählten einstimmig Manuel Quinter zu seinem Nachfolger. In seiner Kurzvorstellung erwähnte dieser die Vermittlerrolle, die er an der Vereinsspitze einnehmen wolle. Zudem will er künftig Jung und Alt im Gare de Lion noch besser einbinden und den Standort Wil kulturell stärken. Der ausgebildete Historiker sagt:

«Hier kann man viel bewirken,
wenn man einigen Effort hat.»

Auch der bisherige Aktuar Simon Müller stellte sein Amt zur Neubesetzung zur Verfügung, Michael Häseli heisst sein Nachfolger. Um einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen, werden sowohl Loepfe als auch Müller im Vorstand weiterhin als Beisitzer vertreten sein. Auch der Kassier wird künftig ein neuer sein: Michael Schlauri wurde einstimmig ins Amt gewählt. Seine Buchungen werden von Claudia Rüegsegger und neuerdings von Raffael Grögli als Revisoren überprüft.

Veränderungen stehen nicht nur in der Führung an, auch das Gebäude selber soll mittelfristig einem Umbau unterzogen werden. Dies, um die betrieblichen Abläufe zu erleichtern und die Hygiene sowie die Sicherheit zu optimieren (wir berichteten).

Hoffen auf einen Überbrückungskredit

Derzeit stehen die Finanzen im Vordergrund. Infolge erhöhter Corona-Schutzbestimmungen hat der Gare de Lion bis mindestens bis Ende Jahr seinen Eventbetrieb eingestellt. Damit fliessen keine Einkünfte mehr, dennoch müssen die laufenden Kosten beglichen werden. Wie Matthias Loepfe betonte, hofft man auf einen Überbrückungskredit der Stadt. Erfreut fügte er an, dass einige Spenden eingegangen sind: «Für diese Zuwendungen sind wir dankbar.»