WIL: Allenfalls genügen acht Punkte zum Ligaerhalt

Die Lage des FC Wil wird immer prekärer. Nach der 1:3-Niederlage gegen Leader Xamax beträgt der Punktedurchschnitt pro Spiel nur gerade 0,5. Doch vielleicht gibt es auch in dieser Saison keinen sportlichen Absteiger. Dabei ist der Blick in den Kanton Aargau gerichtet.

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Nach dem Spiel in der Neuenburger Maladière blieb die Türe der Wiler Kabine lange geschlossen. Trainer Konrad Fünfstück hat die Mannschaft aber nicht etwa ins Gebet genommen, sondern sie aufgebaut. Einmal mehr gab es nach dem Spiel Anerkennung des gegnerischen Trainers, aber keine Punkte. Einmal mehr hatten defensive Unzulänglichkeiten dem Gegner die Tore ermöglicht. Einmal mehr waren die Wiler offensiv zu harmlos. Nach 16 Runden sind erst acht Zähler auf dem Konto. Die Äbtestädter holen also nur in jedem zweiten Spiel einen Punkt. Rechnet man das auf die verbleibenden Spiele hoch, sind es bei Saisonende 18 Zähler. Deutlich zu wenige, um den Klassenerhalt zu schaffen.

Es ist aber auch vorstellbar, dass selbst die bereits erspielten acht Punkte zum Ligaerhalt genügen. Denn wie schon in vier der vergangenen fünf Saisons könnte es sein, dass es keinen sportlichen Absteiger aus der zweithöchsten Spielklasse gibt. Dieses Mal brennt der Baum bei den beiden Aargauer Vereinen, die heute Abend im Derby aufeinandertreffen. Vor allem beim FC Wohlen scheinen die Alarm- statt Weihnachtsglocken zu läuten. Der Club hat kommuniziert, dass er bis Ende Jahr 200 000 Franken sammeln muss, um die Rückrunde überhaupt spielen zu können. Zudem muss eine neue Lichtanlage gebaut werden, was kostet. Die Zukunft ist mehr als ungewiss. Der FC Aarau braucht bis zum Frühling vier Millionen Franken, um das neue Stadion bauen zu können. Ansonsten ist der Profisport auch beim Traditionsklub ernsthaft in Gefahr.

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch