WIL
Abschied nach 15 Jahren: Dieses Unikat zieht es zurück nach Deutschland

Knapp eineinhalb Jahrzehnte wirkte Pater Peter Suffel bei der Katholischen Pfarr- und Kirchgemeinde Wil. Zur Verabschiedung erhielt er am Pfingstsonntag nicht den Heiligenschein, sondern einen Regenschirm.

Christoph Heer
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Dieser Schirm soll Peter Peter Suffel an seine Zeit in Wil erinnern.

Dieser Schirm soll Peter Peter Suffel an seine Zeit in Wil erinnern.

Bild: Christoph Heer

Ein letztes Mal zog Pater Peter Suffel (Dominikanerorden) mit seiner Gefolgschaft in die Kirche St.Peter. 50 Besucher waren dabei, Dutzende weitere erlebten den Abschiedsgottesdienst im Pfarreizentrum. «Aufbruch. Das war die Devise bei seinem Missionsbeginn vor knapp 15 Jahren und diese Devise behielt er bis zum Schluss bei. Sein langes Engagement als Seelsorgender, Reformer, Mahner oder Prediger hat Pater Peter Suffel nie nur ein bisschen, sondern immer voll, mit voller Kraft gewirkt», sagte Jürg Grämiger, Präsident des Kirchenverwaltungsrates. Doch auch mal mit einem kritischen Auge habe der Pater die Weltkirche betrachtet. Jürg Grämiger ergänzte:

«Es waren aber seine denkwürdigen und positiven Ansätze und Hinweisen, die uns in seinen Bann gezogen haben.»

Der Präsident des Kirchenverwaltungsrats verabschiedet Peter Suffel mit einem lachenden Auge der Dankbarkeit und einem weinenden Auge des Abschieds. «Ein Unikat zieht weiter», umschrieb Diakon Walter Lingenhöle unlängst den liebgewonnenen Pater Peter Suffel. Als Gottesdiener und Menschenfreund habe er weit über die Stadtgrenzen hinaus Hand geboten und sei stets mit offenen Ohren beigestanden.

Das symbolisch schützende Dach

Pater Peter Suffel wird nun etwas kürzertreten. Er kehrt zurück in die Ordensgemeinschaft im Deutschen Worms. «Er darf jetzt erst mal zur Ruhe und Besinnung kommen. Dies wird er jedoch, so wie wir ihn kennen, nicht lange tun», sagt Jürg Grämiger mit einem Augenzwinkern. Gleichzeitig überreicht ihm der Kirchenpräsident einen Regenschirm. «Dieser Schirm soll ihn an Wil erinnern und ihm eine Stütze in seinem neuen Leben, jedoch in gleicher Mission, symbolisch ein schützendes Dach bieten», sagte Grämiger.

Pater Peter Suffels unverkennbares «Leute hört mal, ich muss euch mal was sagen…» wird den Kirchbürgern und Freunden in Erinnerung bleiben. Ein Kirchgänger meint zum Schluss des letzten Gottesdienstes des Paters, dass man «so einen» nicht so schnell wieder findet. «Pater Suffel gab uns Halt und Zuversicht, wir werden ihn vermissen.»