WIL: 75 Minuten gestaunt

Unter der Leitung von Karl Paller haben die Cantores Corde am Samstagabend die «Missa Salisburgensis» von Heinrich Ignaz Franz Biber umgesetzt. Der Feinschliff war während einer Probewoche in Südtirol geholt worden.

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Die Zuhörer in der bis auf den letzten Platz gefüllten Wiler Kreuzkirche wurden am Samstagabend gut unterhalten. Vier Chöre und sechs Instrumentalgruppen musizierten auf hohem Niveau. Das Publikum reagierte mit andächtigem Innehalten, berührtem Staunen und dankbarem Geniessen – und das 75 Minuten am Stück.

Als Kontrapunkt zur pompösen Missa Salisburgensis wirkte das zwischen Gloria und Credo zelebrierte Spiegel im Spiegel für Cello und Piano von Arvo Pärt genauso harmonisch wie unterstreichend. Das daraus Resultierende darf als gelungene Kombination bezeichnet werden.

Samt Partitur mit 56 Stimmen

«Die Zusammenstellung der Chöre mit Chorsolisten und die eigenwillige Besetzung der Orchestergruppen war für uns, insbesondere aber für unseren Dirigenten, eine speziell aufwendige und faszinierende Herausforderung», so Präsident Silvan Isenring in seinem Vorwort. In diesem Zusammenhang gilt es vor allem die klein geschriebene Partitur mit 56 Stimmen – 16 Vokalstimmen sowie 40 Instrumentalstimmen – zu erwähnen.

Wie immer hat das Werk während einer Probewoche in Südtirol den abschliessenden Feinschliff erhalten. Den sozialen und gesellschaftlichen Elementen war dabei ebenfalls eine tragende Rolle zugekommen. All dies schwang am Samstag mit.

Christine Gregorin

redaktion@wilerzeitung.ch