WIL: 31-Jähriger wird neuer Priester

Über 700 Gäste waren dabei, als Bischof Markus Büchel den Seelsorgediakon Raphael Troxler zum Priester weihte. Der 31-jährige Zentralschweizer wusste seit langem, dass er mit Menschen arbeiten will.

Sabine Rüthemann*
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Bischof Markus Büchel weiht Raphael Troxler zum Priester. (Bild: Sabrina Sturzenegger)

Bischof Markus Büchel weiht Raphael Troxler zum Priester. (Bild: Sabrina Sturzenegger)

Sabine Rüthemann*

redaktion@wilerzeitung.ch

Kaum einer entscheidet sich ­heute noch für das Priesteramt. Daher lockte die Weihe von ­Raphael Troxler (31) am Wochenende mehr als 700 Gäste, darunter Geist­liche, Weggefährten und Familien­angehörige, in die Kirche St. Nikolaus in Wil.

Mischung aus Tradition und Moderne

Der Gottesdienst war eine Mischung aus katholischer Tradition, moderner Musik und der Predigt von Bischof Büchel. Mit seinen Worten bereitete er den Jungpriester auf die Herausforderungen des Priesteramtes vor: «Du wirst in eine Welt geschickt, in der die Kirche vielen fremd geworden ist», sagte Büchel. Gleichzeitig betonte er aber, dass in ­vielen Menschen auch eine Sehnsucht aufbreche nach Werten und einem Leben, das Sinn und Halt hinter den Fassaden von ­Erfolg und Macht schenke. «Allein durch sein Lebenszeugnis und sein Wirken kann der Priester eine Tür sein, die zur wahren Tür des Lebens, zu Christus führt.» Als Einleitung des Weiheritus trat Troxler dann vor den ­Bischof und den Provinzial der Schönstatt-Patres (siehe Kasten) und erklärte seine Bereitschaft mit: «Hier bin ich.» Der Provinzial seinerseits erklärte ihn für ­ge­eignet und bat den Bischof, den 31-Jährigen zum Priester zu ­weihen. Zuerst kniete zur Allerheiligenlitanei die ganze Gemeinde hin. Der Weihekandidat selber legte sich als Zeichen der menschlichen Kleinheit vor Gott mit dem Gesicht zur Erde auf den Boden. Das Handauflegen des ­Bischofs war dann der eigentliche Weiheakt. Dem Neuling die Hände aufzulegen ist Zeichen für die Mitteilung von Gott und die offizielle Übertragung eines Amtes in der Kirchgemeinde. Um das zu untermauern, wurden dem Jungpriester nach dem Gebet die entsprechenden Gewänder übergezogen. Die violette Stola steht dabei für die Vollmacht, im Namen Christi und der Kirche Menschen mit Gott und unter­einander zu versöhnen. Das Krankenöl dagegen symbolisiert den Auftrag, kranken und betagten Menschen in schwierigen Zeiten beizustehen.

Zuletzt übergab ihm Bischof Büchel die Schale mit Brot und den Kelch mit Wein für die Eucharistiefeier. Jetzt stand Raphael Troxler zum ersten Mal als Priester am Altar und erteilte seiner Gemeinde den Primizsegen.

*Kommunikationsbeauftragte Bistum St. Gallen