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WIL: 100 Jahre der Menschlichkeit

Der Evangelische Gemeindeverein feiert heute sein 100-jähriges Bestehen. Seit der Gründung am 3. März 1918 kümmert er sich um politische und soziale Belange und stellt dabei stets die Menschen in den Mittelpunkt.
Marco A. Cappellari

Marco A. Cappellari

marco.cappellari@wilerzeitung.ch

Sonntagabend, 160 Anwesende «Im Landhause»: Zwischen Gesangs- und Musikeinlagen wählen die versammelten Gemeindemitglieder fünf Männer und fünf Frauen in den Vorstand des gerade eben gegründeten Vereins. Das spezielle daran: Das Datum ist der 3. März 1918. Ein Jahrhundert vor der Debatte um eine Frauenquote ist der Evangelische Gemeindeverein Wil bereits fortschrittlicher als so manche heutige Institutionen. Frauen werden von Anfang an miteinbezogen. Auch in den darauf folgenden Jahrzehnten zeigt der Verein sein soziales Engagement.

Am heutigen Samstag jährt sich seine Gründung zum einhundertsten Mal. Eine Gründung, die von Anfang an den Zweck hatte, das Leben der Menschen zu verbessern.

Erfolgreiches und nachhaltiges Wirken

«Die Dankbarkeit der Leute zu sehen, ist die Motivation, die uns vorantreibt», sagt auch der heutige Vereinspräsident Peter Buchert. Im Jahr 2018 verantwortet der Gemeindeverein immer noch soziale Angebote und Projekte: Die Altersstubete, die jährliche Altersweihnacht, die Fahrt ins Blaue und den Spaghetti-Plausch zu Gunsten der Stiftung «Heiliger Daniel», welche in Rumänien ein Kinderheim betreibt. Letzterer kam übrigens auf Initiative von Peter Buchert zu Stande.

Wo heute vor allem – aber nicht nur – Angebote für ältere Menschen bestehen, gab es früher ein breiter gefächertes Angebot. Diesem Wandel liegt aber keinesfalls ein Scheitern des Gemeindevereins zugrunde. Im Gegenteil: Viele der früheren Projekte waren so erfolgreich, dass sie im Laufe der Jahre aus dem Verein ausgegliedert und in öffentliche Institutionen integriert wurden.

So war die Schaffung eines Kindergartens einer der ersten Anträge des Gemeindevereins bei seiner Gründung. Dieser wurde in den 50er Jahren an die Kirchgemeinde übergeben. Etwa um die selbe Zeit wurde eine Hauspflege eingeführt, die 1999 zusammen mit der katholischen Hauspflege in den konfessionell unabhängigen Krankenpflegeverein Wil und Umgebung überging. Aus diesem entstand später die heutige Spitex.

«Nachwuchsprobleme sind in jedem Verein Thema»

«Nach der Ausgliederung der Hauspflege 1999 dachte der damalige Vorstand an die Auflösung des Vereins», erzählt Buchert. Daraufhin formierte sich allerdings ein Reaktivierungskomitee, da man das Erbe des Gemeindevereins nicht einfach verschwinden lassen wollte. Peter Buchert selbst ist seit dem Jahr 2000 Mitglied des Gemeindevereins und seit 2004 im Vorstand. «Der aktuelle Vorstand ist mittlerweile in die Jahre gekommen», sagt Buchert. «Wie bei jedem Verein ist auch bei uns das Nachwuchsproblem ein Thema.»

Er erhoffe sich, dass den jüngeren Generationen der Wert des Gemeindevereins bewusst werde und sie sich an dessen Fortbestand beteiligen. Buchert: «Ich denke da auch an ‘junge Alte’, wie etwa Frischpensionierte.»

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