Wieso Sirnach eine Muschel hat

SIRNACH. Seit dem 1. Januar ist Sirnach als Einheitsgemeinde organisiert – und tritt seither auch mit einem neuen Gemeindelogo auf. Auf diesem ist in Anlehnung an das Wappen eine Muschel zu sehen. Das Weichtier ist im Dorf vielerorts präsent.

Simon Dudle
Drucken
Teilen
Sirnachs Gemeindeammann Kurt Baumann mit dem Handbuch über die Anwendung des neuen Gemeindelogos. (Bilder: Simon Dudle)

Sirnachs Gemeindeammann Kurt Baumann mit dem Handbuch über die Anwendung des neuen Gemeindelogos. (Bilder: Simon Dudle)

Da sich die Schulgemeinde und die Politische Gemeinde per 1. Januar zur Einheitsgemeinde zusammengeschlossen haben, musste man sich in Sirnach unweigerlich mit dem einheitlichen Auftritt befassen. Beide Körperschaften hatten ein eigenes Logo, beide in den Farben Rot, Gelb, Schwarz und Blau gehalten.

Neu ist das Logo schlichter. Der Begriff «Gemeinde» ist in den Schriftzug Sirnach integriert, womit eine Einheit der Dörfer Büfelden, Busswil, Gloten, Horben-Egg, Littenheid, Sirnach und Wiezikon gezeigt werden soll. Wichtiger noch ist aber die Muschel, welche in roter Farbe rechts neben dem Wort Sirnach steht. Das Weichtier ist in der Gemeinde seit eh und je präsent – zum Beispiel im eigentlichen Dorfwappen, das es auch weiterhin gibt. In diesem sind drei Muscheln abgebildet. Sie stehen in Zusammenhang mit dem Pilgerweg (Schwabenweg), der von Deutschland her kommend an Sirnach vorbei via Einsiedeln ins spanische Santiago de Compostela führt. Mit Jakobsmuscheln schöpften die Pilger früher Wasser aus Brunnen, heute dienen sie als Erkennungszeichen.

Sirnacher Pilgersuppe

Doch wieso sind drei Muscheln im Logo zu sehen? Das hängt damit zusammen, dass die Pilger früher in Sirnach an drei Orten absteigen, rasten und sich stärken konnten – namentlich im Haus Bernet, im Hof Rütibach und im heutigen Gasthaus Engel. In diesem ist die Tradition bis heute aufrechterhalten worden, und die Wandersleute erhalten gratis eine von der Bürgergemeinde Sirnach offerierte Pilgersuppe, wenn sie den entsprechenden Pass vorweisen.

Auch an der Sirnacher Fasnacht, der Sifa, ist die Muschel omnipräsent. Die Muschelfee hat dann während fünf Tagen die Geschicke der Gemeinde inne. Die Amtsübergabe erfolgt durch den Gemeindeammann, der der Muschelfee das Muschelgeschmeide umhängt. Am Ursprung jener fasnächtlichen Zeremonie erscheint die Muschelfee aus einer grossen Muschel.

Seit diesem Jahr ist die Muschel also noch viel präsenter in der Gemeinde – nämlich auf der neugestalteten Homepage, auf dem heute erstmals in neuem Erscheinungsbild präsentierten Mitteilungsblatt der Gemeinde oder auf Briefköpfen. An fünf Stelen der Dorfeingänge prangt noch das alte Logo. Laut Gemeindeammann Kurt Baumann wird sich das aber in den nächsten Wochen ändern. Er sagt: «Das neue Logo ist eine gefreute Sache. Es ist einfach, hat einen hohen Wiedererkennungswert, und ganz Sirnach gehört dazu.»

Weiterhin auch einige alte Logos

Noch sind nicht alle alten Embleme aus dem Verkehr gezogen. Jene auf den Kleidern der Gemeindeangestellten werden aus Kostengründen dann ersetzt, wenn neue Kleider nötig sind.

So hat sich das Sirnacher Mitteilungsblatt über die Jahre verändert.

So hat sich das Sirnacher Mitteilungsblatt über die Jahre verändert.