«Wiesengrund» gründlich sanieren

Im zweiten Anlauf soll nun die Sanierung des Zuzwiler Schulhauses Wiesengrund durchgeführt werden. Wegen der ungeklärten Oberstufenfrage stoppten die Verantwortlichen das Projekt im Jahr 2009. Das gestern präsentierte «Bauprojekt Wiesengrund» kostet mehr, bietet aber auch mehr.

Sebastian Keller
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Auch der Pausenplatz hat es nötig: Die Sanierung des Schulhauses Wiesengrund beinhaltet auch die Aussenanlagen. (Bilder: seb.)

Auch der Pausenplatz hat es nötig: Die Sanierung des Schulhauses Wiesengrund beinhaltet auch die Aussenanlagen. (Bilder: seb.)

Zuzwil. Von der Decke und den Wänden bröckelt es. Die Fenster sind undicht – Energie verpufft. Defekte WCs, Kästen und Fensterbänke. Die Mängelliste im Schulhaus Wiesengrund ist länger als ein Einkaufszettel vor Feiertagen. Kein Wunder: das Schulhaus wurde im Jahr 1972 gebaut – einige Lehrpersonen waren zu dieser Zeit noch nicht mal geboren.

Der Schulrat und die Schulleitung präsentierten gestern das «Bauprojekt Wiesengrund». Dabei handelt es sich um eine neue Variante des Projekts, das im Jahr 2009 gestoppt wurde. «Das Projekt ist nicht neu, sondern optimiert», sagt der für das Projekt verantwortliche Schulrat Patrick Brühwiler. Grund für den Stop war die unsichere Oberstufensituation, die heute so gut wie gelöst ist (Wiler Zeitung vom 14. Januar). Im Juni letzten Jahres nahmen die Verantwortlichen das Projekt wieder in die Hände. Einer Sanierung über 3,6 Mio. Franken hatte die Bürgschaft im November 2008 bereits zugestimmt. Für das optimierte Projekt beantragt der Schulrat an der kommenden Schulbürgerversammlung einen Zusatzkredit von 860 000 Franken.

Veraltete Pausenglocke

Eine Sanierung ist aber nicht nur notwendig, weil das Gebäude alt ist. Der Schulrat führt dafür weitere Gründe an: Der Eingangsbereich entspreche nicht mehr den Sicherheitsbestimmungen; es gebe keine Gruppenräume, die für alle zugänglich sind; Telefonanlage, Pausenglocke und Verkabelung seinen «völlig veraltet». Der Zahn der Zeit nagte aber nicht nur im Schulhaus Wiesengrund: Der Sportplatz, der auch Pausenplatz ist, sei sanierungsbedürftig; die Lichtmasten hätten «faustgrosse Rostlöcher». Auch für die Kindergartenkinder sei die heutige Situation nicht ideal. Deshalb ist geplant, dass der Doppelkindergarten im sanierten Wiesengrund untergebracht wird. Und der Kindergarten Grünring ins Schulhaus Unterdorf zügelt. Das heisst: die Bildung wird zentralisiert.

Anzahl Schüler nimmt ab

Um die richtige Dimension für die Sanierung zu kennen, hat die Hochschule für Technik Rapperswil (HSR) eine Studie erstellt. Diese Studie macht Aussagen, wie sich die künftigen Schülerzahlen in Zuzwil/Züberwangen entwickeln könnten. Für die Detailplanung der Sanierung wählten die Verantwortlichen den mittleren Entwicklungsverlauf der Schülerzahlen. Das heisst: im Jahr 2015 werden 396 Schüler die Primarschule und den Kindergarten besuchen – also weniger als heute.

Kanton gibt Empfehlungen

Auch der Kanton St. Gallen gab Empfehlungen ab, die im Vorprojekt noch nicht enthalten waren. Diese Empfehlungen betreffen drei Bereiche: die WC-Anlagen, die Schulzimmer und die Erdbebensicherheit. So empfiehlt der Kanton, dass das Behinderten-WC frei zugänglich sein muss. In zwei Schulzimmern bemängelt er, dass die Fensterfronten zu klein seien. Zudem stuft er die Erdbebensicherheit im Schulhaustrakt aus dem Jahr 1972 als ungenügend ein. Dieses Nachrüsten kostet 210 000 Franken und war im Vorprojekt nicht drin.

Eine weitere Änderung betrifft den Keller. Heute besteht im Wiesengrund ein Kriechkeller – ein Untergeschoss, das nicht als Stauraum genutzt werden kann. Im neuen Projekt ist ein nutzbarer Kellerraum geplant. Das heisst, dass etwa Tische und Stühle untergebracht werden können. «Heute verfügen wir nur über wenig Stauraum», sagt Schulleiter Freddy Noser. Schulpräsident Thomas Rubli ergänzt: «Günstiger kommen wir nicht zu einem Keller.»

Baubeginn so bald wie möglich

Der Gemeinderat, Parteien sowie der Gewerbeverein wurden bereits über die neue Variante des Projekts informiert. Sie fänden es ebenso sinnvoll wie der Schulrat, sagt Schulrat Patrick Brühwiler. Wenn es nach Plan läuft, soll mit der Sanierung im diesem Herbst begonnen werden. Geplante Bauzeit: ein Jahr.

Stellen das optimierte Projekt vor: Schulleiter Freddy Noser, Schulratspräsident Thomas Rubli und Schulrat Patrick Brühwiler.

Stellen das optimierte Projekt vor: Schulleiter Freddy Noser, Schulratspräsident Thomas Rubli und Schulrat Patrick Brühwiler.

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