Wieder ein Festival in Jonschwil

JONSCHWIL. Das Sonisphere-Festival von 2010 war eine Schlammschlacht und ging knapp an einer Katastrophe vorbei. Jetzt liegt beim Gemeinderat wieder eine Anfrage vor. Im August 2014 soll ein Open Air mit Elektromusik steigen.

Urs Bänziger
Drucken
Am Sonisphere-Festival versanken die Besucher im Schlamm. Solche Bilder sollen sich an zukünftigen Open Airs nicht mehr wiederholen. (Archivbild: Reto Martin)

Am Sonisphere-Festival versanken die Besucher im Schlamm. Solche Bilder sollen sich an zukünftigen Open Airs nicht mehr wiederholen. (Archivbild: Reto Martin)

Das Sonisphere-Festival von 2010 in Jonschwil bleibt nicht nur den über 40 000 Besuchern, sondern auch der Bevölkerung in lebhafter Erinnerung. Die anhaltenden Regenfälle hatten auf dem Gelände in der Degenau für eine Schlammschlacht an dieser Veranstaltung von Mitte Juni gesorgt. Die Veranstalter mussten in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Kanton einen Krisenstab einsetzen, um die Situation in den Griff zu bekommen. Die Aufräum- und Reinigungsarbeiten dauerten Tage. Das Sonisphere-Festival habe die Landbesitzer, die Anwohner und die ganze Gemeinde auf eine harte Probe gestellt, zog der Gemeinderat damals sein Fazit.

In der Bevölkerung blieben die Reaktionen nicht aus. Zwei Petitionen wurden beim Gemeinderat eingereicht: eine für und eine gegen weitere Konzerte. Nachdem sich die Mehrheit der Unterzeichnenden für weitere Konzerte ausgesprochen hatte, kam der Gemeinderat zum Schluss, auch in Zukunft Festivals zuzulassen – allerdings unter verschärften Bedingungen.

Rundgang auf dem Gelände

Im Augst 2014 soll jetzt wieder ein Festival stattfinden. Der Gemeinderat hat eine Anfrage vorliegen. Als Veranstalter tritt Thomas Kolar aus Arbon auf. Er habe im Internet nach Standorten gesucht und sei dabei auf Jonschwil gestossen, sagt Kolar. Er habe mit Gemeindepräsidenten Stefan Frei bereits einen Rundgang in der Degenau gemacht. «Vom Gelände, aber auch verkehrstechnisch, mit dem nah gelegenen Autobahnanschluss, wäre der Standort ideal», sagt Kolar.

Er ist zuversichtlich, dass er sowohl von der Gemeinde als auch vom Kanton die Bewilligung für die Durchführung erhalten wird. «Beim Rundgang konnte ich zudem mit Landwirten reden, die das Festivalgelände bewirtschaften. Sie sind positiv eingestellt.» Auch die Jonschwiler Behörde ist grundsätzlich offen für ein neues Festival. Eine ihrer Bedingungen ist eine beschränkte Besucherzahl von 20 000 bis 30 000 Personen.

Maximal 7500 Besucher

Kolar sieht darin kein Hindernis. Er geht von maximal 7500 Besuchern pro Tag aus. «Das Sonisphere-Festival hat eine andere Dimension. Es ist eine internationale Veranstaltung mit bekannten Metal- und Hard-Rock-Bands. Das zieht weit mehr Besucher an, als das Festival, welches ich durchführen will.» Kolar will Bands aus der House-, Dance- und Elektroszene engagieren. Er kenne diese Szene. «Ich hatte früher schon bei Veranstaltungen mitgewirkt und möchte nach mehrjähriger Pause mit Partnern ein Festival auf die Beine stellen.» Kolar ist daran, ein Konzept zu erstellen, das er dann der Gemeinde vorlegen will. Diese wird ihr Augenmerk neben der beschränkten Besucherzahl auf den Bodenschutz und der Festival-Infrastruktur legen. Einer der Initianten, die sich mit der Petition für weitere Festivals in Jonschwil stark gemacht hatten, war Peter Haag, Präsident der SVP-Ortspartei. «Es ist richtig, dass der Gemeinderat bereit ist, unter gewissen Bedingungen auch in Zukunft Festivals zu bewilligen, schliesslich hat sich eine Mehrheit der Bevölkerung dafür ausgesprochen. Bei dem geplanten Festival sollte man vor allem die Eingangskontrollen verschärfen, ist doch bekannt, dass bei House und anderer Technomusik gerne Partydrogen konsumiert werden.»