Wie ist das genau mit der Weisswurst?

Das Oktoberfest in München ist wieder voll im Gang, und jetzt ist sie wieder in aller Munde: die Weisswurst. Der Legende nach war ihre Geburt zu früher Morgenstunde auf dem Münchner Marienplatz, im dortigen Wirtshaus Zum Ewigen Licht.

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Das Oktoberfest in München ist wieder voll im Gang, und jetzt ist sie wieder in aller Munde: die Weisswurst. Der Legende nach war ihre Geburt zu früher Morgenstunde auf dem Münchner Marienplatz, im dortigen Wirtshaus Zum Ewigen Licht.

Der Gastwirt Sepp Moser wollte zum Frühschoppen seine allseits beliebten Kalbsbratwürstl zubereiten, als er mit Schrecken feststellen musste, dass ihm die dafür unentbehrlichen zarten Schafsdärme ausgegangen waren. Anstatt seine hungrigen Gäste wieder heim zu schicken, behalf er sich mit Schweinsdärmen und füllte diese mit Kalbsbrät. Braten wollte Sepp die Würste nicht, weil er Angst hatte, sie könnten aufplatzen. Also brühte er sie in heissem Wasser und servierte sie in einer Terrine.

Die Gäste waren begeistert davon und frohlockten! Und so ward die Münchner Weisswurst im «Ewigen Licht» geboren. Das freudige Ereignis ist nun über 150 Jahre her, und wie es mit Legenden so ist, weiss niemand ganz genau, ob es sich wirklich so zugetragen hat. Um keine Wurst gab es seit ihrer Erfindung soviel zu erzählen. Sogar die Art und Weise, wie das gute Stück verzehrt werden soll, ist heftig umstritten. Nur das Gebot, dass Weisswürste das 12-Uhr-Mittagsläuten nicht hören dürfen, konnte im Lauf der Zeit gelockert werden. Die moderne Kühltechnik macht's möglich.

Noch ein kleiner Tip: Wenn sie Weisswürste in Scheiben schneiden, panieren und mit einem feinen Kartoffelsalat servieren hupft jedes hungrige Herzer'l höher.

Erich Berger, prämierter Koch, betreibt heute eine Kochschule in Münchwilen. Berger berichtet jeden Donnerstag aus dem Innenleben einer Küche. Fragen, Anregungen? info@bergers-kochart.ch www.ritterschmaus.ch