Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Wie es sich als Mönch lebt

Im Zentrum der 23. Hauptversammlung des Freundeskreises Kloster Magdenau stand das Referat von Abt Emmanuel Rutz. Seine Umsetzung des Lebens als Mönch regte zum Nachdenken an.
Christine Gregorin
Abt Emmanuel Rutz versteht es in seinen Ausführungen, die Vergangenheit mit der Gegenwart und der Zukunft zu verbinden. (Bild: Christine Gregorin)

Abt Emmanuel Rutz versteht es in seinen Ausführungen, die Vergangenheit mit der Gegenwart und der Zukunft zu verbinden. (Bild: Christine Gregorin)

Das Kloster Magdenau feiert in diesem Jahr sein 775-Jahr-Jubiläum, Gründungstag ist der 3. April. Auf Einladung des Vorstands unter der Leitung von Präsidentin Monika Scherrer referierte Abt Emmanuel Rutz zum Thema «Klösterliches Leben und Wirken aktuell in unsere Gesellschaft hineingelegt».

Der Referent wurde 1972 geboren und wuchs als jüngstes von acht Kindern in einer Wolfertswiler Bauernfamilie auf. Nach seiner Schulzeit –, die ersten sechs Jahre davon notabene in Magdenau –, erlernte er den Beruf des Käsers. Als Meisterkäser trat er im Jahre 2000 in die Abtei St. Otmarsberg in Uznach ein. Es folgte die interne Ausbildung, 2002 die zeitliche Profess und danach das Studium in Philosophie und Theologie. 2008 wurde er zum Priester geweiht und 2013 zum dritten Abt der Abtei St. Otmarsberg gewählt.

Beten, Lesen und Arbeiten

Eindrücklich transferierte Abt Emmanuel Rutz das monastische Leben, zeigte Parallelen zur Gegenwart auf und wagte gar einen Ausblick in die Zukunft. Er tat dies mit Hilfe der drei strukturellen Standbeine des Benediktinerordens Beten, Lesen und Arbeiten.

Laut seinem Credo teilt das Gebet die Sehnsucht einer ganzen Gesellschaft. «Das Vertrauen in das Gebet ist grösser denn je», wusste der langjährige Seelsorger aus eigener Erfahrung. Als Überleitung zum Arbeiten bediente sich der ebenso sympathisch wie positiv eingestellt wirkende Geistliche seines zweifelsohne vorhandenen Humors. Berechnete er doch den Stundenlohn für die jährliche Gebetszeit in seiner Abtei: 21 Brüder, die täglich 125 Minuten beten, an 365 Tagen, mit einem verwegen angenommenen Stundenansatz von 35 Franken erwirtschaften sich damit fiktive 536 550 Franken.

Talent als persönliches Privileg

Synonyme für den Begriff Arbeit gibt es zahlreiche: sinnvolle oder sinnbringende Beschäftigung, Mittel zur Identifikation in unserer Gesellschaft oder finanzielles Einkommen als Sicherheit. Der heutzutage weit verbreiteten Profilierungssucht stellte der Abt drei Regeln des heiligen Benedikts aus Kapitel 57 entgegen: keine Habgier, Demut und Ehrlichkeit. Insbesondere die Tatsache, dass die eigenen Talente gottgegeben seien, gehe im profitorientierten Hier und Jetzt gern vergessen. Lesen sei gleichbedeutend mit Bildung, was zur Selbstreflektion anhalte und die Lebenserwartung steigere, betonte Abt Emmanuel Rutz schliesslich. Bildung schaffe somit «mündige und verantwortungsvolle Frauen und Männer», die aufgrund ihres Wissens sowie erarbeiteter Werte die richtigen Entscheidungen treffen könnten. «Bildung ist nicht nur Schutz gegen Missbrauch, sie bewahrt auch vor Fundamentalismus – im Glauben, in der Politik und in der Wirtschaft», gab der gebürtige Wolfertswiler den 65 Anwesenden einen weiteren Denkanstoss mit auf den Heimweg.

Zum Jubiläum ein Konzert

Der statutarische Teil der Hauptversammlung ohne nennenswerte Änderungen war zuvor rasch abgehandelt worden. Anlässlich des 775-Jahr-Jubiläums findet am Sonntag, 16. Juni 2019 um 17 Uhr, ein Sommerkonzert mit der Kantorei Toggenburg statt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.