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Wie ein Wiler nach einem Schicksalsschlag eine neue Lebensaufgabe gefunden hat

Seit Daniel Haldemann Asylbewerbern Deutsch unterrichtet, hat sich für ihn eine neue Welt eröffnet.
Adrian Zeller
Daniel Haldemann inmitten seiner Sprachschülerinnen und -schülern. (Bild: PD)

Daniel Haldemann inmitten seiner Sprachschülerinnen und -schülern. (Bild: PD)

Alles habe sich für ihn zum Guten gewendet, sagt Daniel Haldemann. Eine derart positive Sicht auf seinen Alltag hatte er nicht immer. Vor vier Jahren starb seine Lebenspartnerin an Leukämie. Seinen ganzen Freundes- und Bekanntenkreis hatte er über sie. Nach ihrem Tod zogen sich diese Personen zurück. Der gebürtige Berner stand in Wil ziemlich isoliert da. Wegen seiner Partnerin war er in die Ostschweiz gezogen. Er hatte sie bis zu ihrem Tod gepflegt. Nun war es für ihn im fortgeschrittenen Alter nicht leicht, beruflich wieder Fuss zu fassen und ein neues Kontaktnetz aufzubauen. Seine drei erwachsenen Kinder leben alle weit weg.

Der gelernte Grafiker, der lange im Ausland gelebt hatte, glaubte, nichts als sein eigenes Metier zu beherrschen. Dann fiel ihm ein Artikel in der Zeitung auf, in dem Lehrkräfte gesucht wurden. Nach einer entsprechenden Ausbildung sollten sie Fremdsprachigen mit einer innovativen Methode Deutsch vermitteln.

Es war so etwas, wie «ein Wink von oben»

Daniel Haldemann hatte damit eine neue Lebensaufgabe gefunden. «Es war für mich so etwas wie ein Wink von oben.» Seither bringt er Asylbewerbern, mit Schweizern verheirateten Frauen und weiteren Migranten mit viel Freude die hiesige Sprache bei. Er sagt:

«Viele Kursbesucher sind sehr lernbegierig. In ihren Heimatländern müssen die Eltern für die dortigen Schulen bezahlen. Entsprechend wird den Kindern früh beigebracht, dass sie sich beim Lernen anstrengen müssen. Diese Haltung haben die Kursbesucher verinnerlicht.»

Zwei Mal in der Woche lädt er zusätzlich zum Deutschtreff ins Quartierzentrum Lindenhof in Wil ein. Menschen aus unterschiedlichsten Ländern und Kulturen treffen hier aufeinander. Für viele ist es eine der raren Gelegenheiten, um Deutsch zu sprechen.

Einige haben fast ausschliesslich mit Landsleuten Kontakt. «Sie leben in einer Art Parallelgesellschaft», sagt Daniel Haldemann. «Sie schätzen daher die Gelegenheit, die Sprache ihres Gastlandes zu üben.»

Schwierig, mit Schweizern in Kontakt zu treten

Öfters bringen sie ihrem Sprachcoach selbstgekochte Speisen und Früchte mit. Dies sei ihre Art, Dankbarkeit auszudrücken, erklärt der Beschenkte.

«Es kommt von ihnen unglaublich viel zurück. Sie haben ansonsten kaum Gelegenheit, mit Schweizerinnen und Schweizern in einen persönlichen Kontakt zu treten.»

Es sei schwierig, Einheimische kennen zu lernen, die Schweizer seien sehr förmlich und wenig spontan, bekommt Daniel Haldemann immer wieder zu hören. Er wünscht sich, dass auch Behördenvertreter sowie Personen von den entsprechenden Ämtern vermehrt die Chance zur Kontaktpflege mit den Migranten wahrnehmen. Ihm haben diese vielfältigen Kontakte zu einer neuen Lebensqualität verholfen, die er nicht mehr missen möchte.

Freiwilligenarbeit 60plus

Im Rahmen des Nanu-Forums «Freiwilligenarbeit 60plus» stellt die «Wiler Zeitung» in loser Folge vier Personen vor, die in unterschiedlichen Bereichen Freiwilligenarbeit leisten. Das Forum findet am Donnerstag, 14. November, von 9.30 bis 12 Uhr im katholischen Pfarreizentrum an der Lerchenfeldstrasse 3 in Wil statt. Die Teilnahme ist kostenlos; alle Interessierten sind eingeladen. Im Mittelpunkt stehen drei Referate: Lukas Niederberger von der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft spricht zum Thema «Mich sinnvoll in der Gesellschaft einbringen – in und ausserhalb von Organisationen», Claudia Kraus von der Stiftung Zeitvorsorge orientiert über «Länger zu Hause bleiben mit Zeitvorsorge» und Ueli Rickenbach von der Kontaktstelle benevol-jobs.ch widmet sich dem Thema «Freiwilligenarbeit mit benevol-jobs.ch». Organisator ist das «Netzwerk Alter – Nachhaltig unterwegs» (Nanu); eine Arbeitsgruppe des Wiler Forums für Nachhaltigkeit (wifona). Weiter gibt es ein World-Café zum Austausch mit Freiwilligen und Freiwilligenorganisationen sowie einen Infostand der Bibliothek und der Pro Senectute. Weitere Informationen unter www.wifona.ch. (hs)

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