Widerstand wurde zu gross

Die dritte Erweiterungsetappe des Regionalen Alterszentrums Tannzapfenland in Münchwilen wird ohne Baubeiträge der Partnergemeinden realisiert. Die Art der Finanzierung ist noch offen.

Simon Dudle
Drucken
Teilen
Auch wenn sich die Partnergemeinden nicht direkt am Ausbau des «Tannzapfenland» beteiligen, soll dieser wie geplant vonstatten gehen. (Bild: Nana do Carmo)

Auch wenn sich die Partnergemeinden nicht direkt am Ausbau des «Tannzapfenland» beteiligen, soll dieser wie geplant vonstatten gehen. (Bild: Nana do Carmo)

MÜNCHWILEN. Für 14 Millionen Franken soll das Regionale Alterszentrum Tannzapfenland (RAT) in Münchwilen bis ins Jahr 2020 ausgebaut werden. Zuerst wird eine dritte geschützte Wohngruppe gebaut, danach folgen Infrastrukturarbeiten und zum Abschluss werden 15 bis 18 neue Alterswohnungen errichtet.

Im vergangenen Sommer hatte der RAT-Verwaltungsrat einstimmig entschieden, für dieses Vorhaben einen Bankkredit in der Höhe von 7 Millionen Franken aufzunehmen, 3,6 Millionen Eigenmittel einzuschiessen und 3,4 Millionen von den 13 Partnergemeinden zu fordern.

Auch Münchwilen war dagegen

Dagegen formierte sich aber Widerstand. In den Gemeinden Affeltrangen, Lommis, Tobel-Tägerschen und Rickenbach entschied der Gemeinderat, den Anteil nicht zu sprechen. In Wängi war der Gemeinderat zwar dafür, das Volk aber dagegen (Wiler Zeitung vom 9. März 2013). Als sich in der Folge auch die Standortgemeinde Münchwilen gegen diese Form der Beteiligung aussprach, trat der RAT-Verwaltungsrat zusammen. Denn Münchwilen hätte sich mit 934 000 Franken beteiligen sollen und war grösster Brocken. Der Verwaltungsrat kam zum Schluss, der Widerstand der Gemeinden sei zu gross. «Wir akzeptieren natürlich den Volkswillen und werden nun andere Finanzierungslösungen suchen», sagt David Zimmermann, der den aus gesundheitlichen Gründen abwesenden Verwaltungsratspräsidenten Peter Büchi vertritt. In Frage kommt unter anderem, einen höheren Bankkredit aufzunehmen, die Taxen zu überprüfen oder im laufenden Betrieb Geld einzusparen. Eine Entscheidung des Verwaltungsrats über die Art der Finanzierung steht noch aus.

«Solidarität ist wichtiger»

Diesen Antrag angestossen hat Wilens Gemeindeammann Kurt Enderli, der auch RAT-Verwaltungsrat ist. Er sagt: «Die Solidarität in der Region drohte auseinanderzubrechen. Das wäre viel dramatischer, als nun das Geld auf einem anderen Weg zu beschaffen. Wir dürfen diesen Zusammenhalt nicht aufs Spiel setzen.»

Auf den Fahrplan und die Qualität des Projekts soll diese Entscheidung keinen Einfluss haben. «Wir machen mit unverändertem Elan weiter und freuen uns auf die Realisierung dieser wichtigen Erweiterung», sagt Zimmermann.

Aktuelle Nachrichten