Widerstand gegen die Sanierung

NIEDERHELFENSCHWIL. Das Mehrzweckgebäude von Niederhelfenschwil ist in die Jahre gekommen und soll saniert werden. Gegen einen vom Gemeinderat beantragten Nachtragskredit wurde aber das Referendum ergriffen. Das Volk entscheidet nun an der Urne.

Simon Dudle
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Gabriel Schmuki findet es nicht gut, dass der Kredit für die Sanierung des Mehrzweckgebäudes noch oben korrigiert wurde. (Bild: Simon Dudle)

Gabriel Schmuki findet es nicht gut, dass der Kredit für die Sanierung des Mehrzweckgebäudes noch oben korrigiert wurde. (Bild: Simon Dudle)

Das Mehrzweckgebäudes im Dorfzentrum von Niederhelfenschwil, wo auch die Feuerwehr beheimatet ist, geniesst nicht mehr den besten Ruf. Im oberen Teil, wo zum Beispiel Beratungen stattfinden, ist die Auslastung zu tief. Der Treppenlift vom Erd- ins Obergeschoss ist nicht mehr zeitgemäss und reparaturanfällig. Zudem könnte die Akustik im Saal besser sein.

An der Gemeindeversammlung im vergangenen März stimmte der Souverän mit vereinzelten Gegenstimmen einem Antrag des Gemeinderates zu, wonach das Gebäude für 230 000 Franken erneuert werden soll.

Besserer Lift beantragt

Dabei blieb es aber nicht. Mitte November informierte der Gemeinderat via Mitteilungsblatt, dass ein Nachkredit von 155 000 Franken nötig ist, um das Vorhaben umzusetzen. Der bauliche Zustand des Gebäudes mit den daraus resultierenden Anpassungen und den finanziellen Konsequenzen habe erst während der Projektierungsplanung erfasst werden können und sei zum Zeitpunkt der Machbarkeitsstudie noch nicht bekannt gewesen, begründet der Gemeinderat. Zudem habe eine Gruppe von Bürgern den Einbau eines Personenlifts beantragt.

Dieser Nachtragskredit löste Reaktionen aus. Gabriel Schmuki, pensionierter Lehrer aus Niederhelfenschwil, schickte sich zusammen mit anderen Personen an, Unterschriften zu sammeln gegen den Kredit. Dieser war wegen der Höhe des Betrags einem fakultativen Referendum unterstellt. Zudem richtete Schmuki einen offenen Brief an die Bewohner der drei Dörfer Niederhelfenschwil, Lenggenwil und Zuckenriet, den er dem Mitteilungsblatt einlegen liess. Im doppelseitigen Brief stellte er acht kritische Fragen, unter anderem zur Finanzierung und der Belegung des Saals. «Wenn man an der Bürgerversammlung etwas vorträgt und nicht erwähnt, dass es sich um provisorische Zahlen handelt, hat man eine Verpflichtung», sagt Schmuki.

Abstimmung wohl im März

Der zusätzliche Kredit macht rund 67 Prozent des ursprünglichen Betrags aus. «Der Nachtragskredit ist zugegebenermassen hoch. Der Gemeinderat erachtet die Mehrausgaben als vertretbar, da mit der Umsetzung einem Bürgerbegehren entsprochen wird», sagt Gemeindepräsident Simon Thalmann.

Bei der Unterschriftensammlung wurde das Quorum von 202 Personen mit 388 eingereichten Unterschriften, die recht gleichmässig aus den drei Dörfern stammen, deutlich übertroffen. «Es war kein Selbstläufer, und es waren grosse Anstrengungen nötig», sagt Schmuki.

«Mit dem Referendum nimmt die Bevölkerung ein legitimes demokratisches Recht wahr. Dagegen ist nichts einzuwenden», sagt Thalmann. Somit entscheiden die Stimmbürger der Gemeinde Niederhelfenschwil darüber, ob das Mehrzweckgebäude für gesamthaft 385 000 Franken erneuert wird. Die Urnenabstimmung findet voraussichtlich am 8. März statt. Wird mehrheitlich ein Nein eingelegt, wäre die Zukunft des Mehrzweckgebäudes völlig offen.