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Wichtiger Ort für ewige Anbetung

Warum steht eigentlich die Benediktinerinnen-Abtei St. Gallenberg – das Kloster Glattburg – da, wo sie heute steht? Experte Markus Kaiser lieferte am Samstag interessante Antworten und Einsichten.
Christof Lampart
Der ehemalige Stiftsarchivar Markus Kaiser erläuterte eingehend, wie die Kirche des Klosters St. Gallenberg künstlerisch gestaltet wurde. (Bild: Christof Lampart)

Der ehemalige Stiftsarchivar Markus Kaiser erläuterte eingehend, wie die Kirche des Klosters St. Gallenberg künstlerisch gestaltet wurde. (Bild: Christof Lampart)

Markus Kaiser war Archivar in der Stiftsbibliothek St. Gallen und ist ein profunder Kenner hiesiger historischer Kirchen (-schätze). Am Samstagvormittag sprach er in der Kirche des Klosters St. Gallenberg vor über 40 Personen. Die Führung fand im Rahmen der Jubiläumsaktivitäten zur 1200-Jahr-Feier von Oberbüren statt.

Die Klosterwurzeln reichen nach Libingen ins Toggenburg zurück. Dort gründete Ortspfarrer Josef Helg 1754 einen «Verein frommer Jungfrauen» zum Zweck der ewigen Anbetung. «Helg gründete 13 Klöster; darunter auch eines im deutschen Jestetten. Das Geld für die Gründungen holte er sich bei den bereits existierenden Klöstern, so dass die Klöster alle nicht wirklich auf einem grünen Zweig kamen», sagte Kaiser. Folglich sei es den Nonnen ziemlich schlecht ergangen. «Der Boden, auf dem das Kloster in Libingen stand, war für die Landwirtschaft ungeeignet, die Gebäulichkeiten waren feucht und das Geld knapp», sagte Kaiser.

Dass Fürstabt Cölestin Gugger ihnen die Regel des heiligen Benedikt übergab, mit der Bedingung, die ewige Anbetung aufrechtzuerhalten, gab dem Schwesternorden eine innere Struktur. Aufwärts ging es mit den Benediktinerinnen aber erst, als Fürstabt Beda Angehrn sich 1781 dazu entschloss, den Konvent auf die Glattburg in Oberbüren zu verlegen.

Schweizergarde verdiente mit

Beim Kloster handelt es sich praktisch um eine kleinere Kopie der St. Galler Stiftskirche St. Gallus und St. Othmar, und deren «wertvollster» Besitz sind zwei «Katakomben-Heilige» aus Rom. Diese seien einst von den Libinger Schwestern mitgebracht worden. «Früher glaubte man, dass alle Toten in den römischen Katakomben Märtyrer aus der Frühzeit des Christentums seien. Und wer für den Glauben stirbt, ist heilig», führte Markus Kaiser weiter aus. Dass man die richtigen Namen nicht wusste, war nicht weiter wichtig, was zählte, war das vermeintliche Vorbild, das sie im Leben anderen gaben. Dass der Kauf eines Heiligen nicht billig war, leuchtet ein. Zumal nur die Schweizergarde Zutritt zu den Katakomben hatte. «Die Häuptlinge der Schweizergarde haben sicherlich am Handel gut verdient; sonst wären sie keine Schweizer», bemerkte Kaiser trocken.

Anhand der Existenz der verschiedensten Heiligen im Altarraum – von der Idda von Toggenburg über die 14 Nothelfer bis hin zu Joseph und Maria – sei in früheren Zeiten den Gläubigen klar gewesen, dass das Kloster St. Gallenberg ein äusserst wichtiger Ort für die ewige Anbetung gewesen war.

Wichtiges und wertvolles Bauwerk

«Als das Kloster gebaut wurde, war es eines der wichtigsten Bauten in der ganzen Schweiz», so Kaiser. Die Kunstwerke in der Kirche seien zwar zahlreich und wertvoll – und doch nur in ihrer spirituellen Wertigkeit zu erfassen, wenn man die «gesamte Bilderwand» betrachte. Wie wichtig die Kirche aus heutiger Sicht ist, machte Kaiser unmissverständlich deutlich: «Nach 1780 wurde keine Kirche in diesem Stil mehr gebaut.»

Hoch über Oberbüren, auf der Glattburg, thront das Benediktinerinnen-Kloster St. Gallenberg. (Bild: Andrea Häusler)

Hoch über Oberbüren, auf der Glattburg, thront das Benediktinerinnen-Kloster St. Gallenberg. (Bild: Andrea Häusler)

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