WETTERSTATISTIK: Seit 100 Jahren nicht mehr so frostig

Der April wird vielen Landwirten noch lange in Erinnerung bleiben. Frost und Schnee sorgten für Sorgen. Rein statistisch war der Monat aber ein ganz normaler.

Christoph Frauenfelder
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Mit einem Mittel von 8,1 Grad hat der April genau den Normalwert erreicht. Bei den morgendlichen Tiefsttemperaturen gab es allerdings Spektakuläres. Minus vier Grad werden im April nur etwa alle 20 Jahre unterboten. Der Rekordwert liegt hier bei minus fünf Grad im April 1913. Diesen April herrschte an zehn Tagen Morgenfrost. Mehr hat nur noch der April 1917 mit zwölf Tagen vorzuweisen. Die späten Fröste machten der Vegetation, welche drei Wochen im Vorsprung lag, arg zu schaffen. Weinreben, Kirschen und Obstbäume litten stark.

Nach dem schneelosen März folgten winterliche Verhältnisse, wie sie im April seit 40 Jahren nicht mehr auftraten. Die Folge war bei der weit vorangeschrittenen Blattentfaltung der Bäume Astbruch im groben Ausmass. Das Gute am Niederschlag: Er fiel erstmals seit Juli 2016 überdurchschnittlich aus. Doch mit elf Zentimeter beträgt der Überschuss lediglich 20 Prozent. Die Trockenheit ist nach wie vor enorm. Die Grundwasserspiegel sind unverändert tief.

Nachdem der März ein Sonnenmonat gewesen war, brachte der April gleich viele Stunden und somit die erwartete Summe. In der ersten sehr warmen Monatshälfte, als es bis zu 22 Grad gab, tauchten auch bereits die ersten Gewitter auf.

Christoph Frauenfelder

redaktion@wilerzeitung.ch

Hinweis

Der Autor dieses Artikels ist Inhaber der Meteotop-Wettersta­tion Fürstenland in Niederuzwil. Die «Wiler Zeitung» publiziert jeweils nach dem Monatsende einen Rückblick.