WETTERSTATISTIK: Kältester Januar seit 30 Jahren

Das war Sibirien pur: 26 Tage verliefen teils weit unter dem langjährigen Mittel von 1981–2010. Äusserst grimmig zeigte sich die zweite Monatshälfte: Die Kälte liess Weiher und Bäche zufrieren.

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Die Temperaturabweichung macht minus drei Grad aus. Sie ist so gross wie seit 1987 nicht mehr. Der Umfang lag zwischen minus 13 und plus 9 Grad. Der Monat war so kalt, dass das Quecksilber an 29 Tagen unter den Gefrierpunkt sank. An 18 Tagen verharrte das Thermometer gar ganztags unter Null. Die Heizgradziffer ergab 720 Grad.

Viel zu wenig Sonne und Niederschlag

In alten Wetterbüchern ist eine 250-jährige Messreihe aus Basel zu finden. 1830 wurde eine Januartemperatur gemessen, die noch sieben Grad tiefer lag. Und in einem Jahrbuch der Stadt St. Gallen steht: «Den 17. Januar hat die grimmige Kälte solchergestalt zugenommen, dass männiglichen glaubt, die Reben und Obstbäum werden leyden müssen.» In jenem Jahr war auch der Bodensee gefroren. Zurück in die Gegenwart: Auf den trockensten Dezember seit 53 Jahren folgte ein weiterer deutlich zu trockener Monat. 34 Liter pro Quadratmeter fing der Niederschlagsmesser auf (Schnee wird geschmolzen). In der sehr kalten zweiten ­Monatshälfte fiel kaum Niederschlag. Das Ergebnis erreichte nur 50 Prozent der erwarteten Menge. Den ganzen Monat über lag eine Schneedecke. Ein deutlich zu hoher Bewölkungsgrad liess die Sonne nur wenig scheinen. Mit 32 Stunden sind lediglich 70 Prozent des Januarsolls erreicht worden. Doch der Februar bringt uns üblicherweise die doppelte Sonnenscheindauer des Januars. Er kann aber ebenso noch einen markanten Nachwinter bringen. Eine Bauernregel besagt: «Wenn die Tage beginnen zu langen, kommt die Kälte daher gegangen!»

Christoph Frauenfelder

redaktion@wilerzeitung.ch

Hinweis

Der Autor ist Inhaber der Meteotop-Wetterstation Fürstenland in Niederuzwil.