Wetterstation Fürstenland
Diesen August gab es so wenig Sonne wie seit 44 Jahren nicht mehr

Die drei Sommermonate waren dieses Jahr 20 Prozent nasser als im langjährigen Durchschnitt. Ausserdem fehlten 20 Prozent an Sonnenstunden. Dafür könnte der September noch der Altweibersommer bringen.

Christoph Frauenfelder
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Statt Sonnenschirm war diesen Sommer häufig der Regenschirm gefragt.

Statt Sonnenschirm war diesen Sommer häufig der Regenschirm gefragt.

Bild: Esther Michel

Temperaturmässig liegt der August gemittelt nur wenig im Hintertreffen. Die negative Abweichung macht nur 0,5 Grad aus. Damit ist der August der vierte Monat dieses Jahres, der zu kalt ausfiel (Referenzperiode 1991–2020). Damit zeichnet sich seit einigen Monaten ein Trend ab, dass die Temperaturen wieder eher in jahreszeitübliche Bereiche zu liegen kommen.

Die Hitzeperiode zwischen dem 10. und 15. August sorgte dafür, dass das Monatsmittel nur moderat negativ ausfiel. In dieser Zeit wurde die 30-Grad-Marke viermal geknackt. Damit wurde das Jahressoll an Hitzetagen (über 30 Grad) leicht übertroffen. Der Temperaturumfang bewegte sich im August zwischen 10 und 32 Grad.

Weniger Gewitter als üblich

Die trockenhitzigen Sommer der vergangenen Jahre sind uns lebhaft in Erinnerung. Doch dieses Jahr liegen die Niederschläge eher im üblichen oder leicht überdurchschnittlichen Rahmen. Mit 140 Liter pro Quadratmeter wurde das Monatssoll erreicht. Doch es regnete öfter als im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre.

In der kühlen und feuchten Witterung entluden sich weniger Gewitter als üblich. Gegen Ende Monat schneite es auf dem Säntis erstmals wieder seit fünf Wochen. Der Herbst klopft an und schon bald wird es Zeit für den Alpabzug.

20 Prozent mehr Regen, ­ 20 Prozent weniger Sonne

Schon der Juli zeigte sich extrem sonnenarm. In diesem Stil ging es auch im reichlich bewölkten August weiter. Noch weniger Sonne wurde letztmals im Jahre 1977 verzeichnet. Am trübsten in der langjährigen Messreihe war aber der August 1896. Die sommerliche Gewittertätigkeit ist nun weitgehend abgeschlossen. Der Sommer (Juni bis August) zeigte sich um 0,7 Grad zu warm. Er brachte 20 Prozent mehr Niederschlag als im Durchschnitt und es fehlten 20 Prozent an Sonnenstunden.

Ausblick auf den September

Der September ist im Klimamittel 1991–2020 mit dem Oktober der windärmste Monat des Jahres. Das passt gut zu diesem ruhigen und spätsommerlichen Monat. Die Monatstemperaturen bewegen sich im langjährigen Durchschnitt zwischen 5 und 26 Grad. Die Extremwerte seit Messbeginn vor 160 Jahren liegen zwischen 0 und 32 Grad. Der September ist in den vergangenen zehn Jahren geringfügig wärmer und deutlich trockener geworden.

Anfang Monat werden hin und wieder noch die letzten Sommertage (über 25 Grad) verzeichnet. Das geringe Niederschlagsrisiko liegt den ganzen Monat zwischen 30 und 35 Prozent. Sukzessive fallen die Tagestemperaturen von noch föhnigwarmen 20 Grad auf 17 Grad am Monatsende. Die Besonnung nimmt von sechs auf vier Stunden ab. Die ersten Morgennebel kommen auf. Sie lösen sich aber unter der warmen Herbstsonne bald wieder auf.

Ruhige und milde Zeit des Altweibersommers

Der liebliche September wird auch «Mai des Herbstes» genannt. Die Schwalben sind nach Süden abgeflogen. Es ist die ruhige und milde Zeit des Altweibersommers. Woher stammt der Name? Die glitzernden Fäden der Feldspinne, die vom Wind abgezupft und durch die Luft getragen werden, haben schon in grauer Vorzeit Stoff für Sagen geliefert. Man sagte von ihnen, sie stammten aus den Spinnstuben der Elfen. Nach anderen Deutungen aber gehörten sie zu den Nebeltüchern der Nebelweiber, die den Sommer aus dem Land jagen wollten.

Hin und wieder hält sich das Septemberwetter in keiner Weise an die Normen. So bewegten sich die Monatstemperaturmittel bisher zwischen sechs Grad zu kalt und drei Grad zu warm. Die Niederschläge weisen in der langen Messreihe auf einen Umfang von 10 bis 300 Prozent des Üblichen hin.

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