Wetterstation Fürstenland
Der Juli war so nass wie seit 20 Jahren nicht mehr

Der diesjährige Juli war deutlich nasser und bewölkter als üblich. Der August dürfte weitere Gewitter bringen, bevor es in der zweiten Monatshälfte erfahrungsgemäss trockener wird.

Christoph Frauenfelder
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Vielerorts sah es in der Region nach den heftigen Gewittern jeweils so aus.

Vielerorts sah es in der Region nach den heftigen Gewittern jeweils so aus.

Bild: Donato Caspari

Der Juli ist – nach April und Mai – erst der dritte Monat dieses Jahres, der unterdurchschnittlich temperiert ausfiel. Allerdings macht die Abweichung lediglich 0,2 Grad aus. Der Temperaturumfang bewegte sich zwischen 11 und 29 Grad. Nur gerade um den 20. zeigte sich eine mehrtägige Schönwetterperiode. Im Juli wurde kein Hitzetag (über 30 Grad) verzeichnet. Das ist letztmals vor zehn Jahren der Fall gewesen. Noch viel seltener waren Hitzetage im zu Ende gehenden letzten Jahrhundert. Da zeigte sich jeden zweiten Juli kein Hitzetag.

Zahlreiche heftige Gewitter

In der enormen Schwüle entluden sich aussergewöhnlich viele Gewitter. Der Kubikmeter Luft enthält dann über 14 Gramm Wasserdampf. Zum Glück blieb das Fürstenland vor grösseren Hagelschlägen und Sturmschäden bewahrt, wie sie sich mehrfach in den Regionen Zürcher Unterland, Unterthurgau, Untersee und Schaffhausen ereigneten.

Der Juliregen brachte rund 170 Prozent des langjährigen Mittels. Diese Menge ist beachtlich. Denn sie wurde nur noch im Jahr 2000 überboten mit der höchsten Regenmenge seit Beginn von Niederschlagsmessungen vor 140 Jahren – und zwar um mehr als das Doppelte der normalen Monatsmenge. An 20 Tagen regnete es, sieben mehr als im Durchschnitt. Am 20. Juli schmolzen auf dem Säntis die letzten Schneereste weg.

So wenig Sonne wie zuletzt vor 40 Jahren

Durch die auffallend hohe Bewölkung – sie lag 15 Prozent höher als normal – wurde die Sonne sehr oft verdeckt. Sie konnte unter diesen Umständen nur zu 70 Prozent der sonst üblichen Julidauer auf das Fürstenland scheinen. So wenig Sonne im Juli wurde zuletzt im Jahre 1980 registriert. Damals waren es sogar noch 30 Stunden weniger.

Ausblick für den August

Der August ist der schwülste Monat des Jahres. Damit verbunden ist weiterhin eine sehr gewitterreiche Zeit. Die Temperaturen bewegen sich im Durchschnitt zwischen 9 und 31 Grad. Die Extremwerte seit Messbeginn vor 160 Jahren weisen jedoch auf einen Umfang von 6 bis 36 Grad hin.

In den letzten zehn Jahren ist der August geringfügig wärmer geworden. Die Hitzetage haben sich verdoppelt. Die Schwüle ist deutlich im Vormarsch begriffen. Die Sonnenscheindauer hat etwas zugelegt, die Niederschläge leicht abgenommen.

In der zweiten Monatshälfte sollte es trockener werden

Die Hundstage (23. Juli bis 23. August), die sonst heisseste Zeit des Jahres, sind diesen Juli ins Wasser gefallen. Sie dürften im August kaum noch eintreffen. Letzte Hitzetage (über 30 Grad) liegen noch im Bereich des Möglichen. Weitere Sommertage (über 25 Grad) sind aber durchaus noch zu erwarten. Die Niederschläge liegen mit 45 Prozent Wahrscheinlichkeit recht hoch. Mitte bis Ende August wird es mit einem Regenrisiko von 35 Prozent deutlich trockener.

Ende August sinken die Temperaturen spürbar, der Sommer geht langsam zu Ende, die Gewitter werden seltener. Die Besonnung liegt den ganzen Monat über – trotz rasant sinkendem Sonnenstand – bei sieben Stunden pro Tag.

Mit der Heidekrautblüte wird Anfang August der Beginn des Spätsommers markiert. Bereits fliegen die Mauersegler wieder in Richtung Süden. Ende Monat tritt mit der Herbstzeitlosenblüte der Frühherbst ein.

Einzelne Querschläger halten sich im August in keiner Weise an die Wetternormen. Die Niederschläge der gesamten Messreihe schwankten zwischen 15 Prozent und dem Doppelten der Norm.

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