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WETTBEWERB: Detailhändler sind wie Chamäleons

Gestern fanden in Wil die regionalen Berufsmeisterschaften im Detailhandel statt. Die Lehrlinge und die Branche als Ganzes müssen sich ob der anstehenden Herausforderungen wandelbar und flexibel zeigen.
Gianni Amstutz
Elisa Donadeo (mit Pokal) freut sich über den Gewinn des Titels «Junior Sales Champion 2017». (Bilder: Gianni Amstutz)

Elisa Donadeo (mit Pokal) freut sich über den Gewinn des Titels «Junior Sales Champion 2017». (Bilder: Gianni Amstutz)

Gianni Amstutz

gianni.amstutz@wilerzeitung.ch

Der Detailhandel befindet sich im Wandel. Das muss er auch. Denn der schwache Euro, der Einkaufstourismus und nicht zuletzt die Konkurrenz im Internet führen dazu, dass die Branche derzeit einen schweren Stand hat. «Umso wichtiger ist es, dass gut ausgebildete Personen in den Betrieben arbeiten», sagte Urs Thoma, Prorektor für den Fachbereich Detailhandel und Kaufmännische Berufe am Berufs- und Weiterbildungszentrum Wil-Uzwil (BZWU).

Detailhändler müssten wie Chamäleons sein, weshalb man das Tier als Maskottchen für die gestern an der BZWU in Wil durchgeführte regionale Berufsmeisterschaft im Detailhandel ausgewählt habe, erklärte Thoma. Eine passende Wahl befand Stadtpräsidentin Susanne Hartmann. Einerseits müssten sich Detailhändler den Wünschen und Bedürfnissen der Kundinnen und Kunden anpassen, andererseits müsse die gesamte Branche flexibel sein und sich auf die neuen Gegebenheiten und Herausforderungen einstellen. Thoma zeigte sich überzeugt, dass die modernen Technologien auch eine Chance für den Detailhandel sein könnten. «Den Menschen wird man nie ersetzen können, denn die Kunden werden den zwischenmenschlichen Kontakt und eine qualifizierte Beratung beim Einkaufen auch in Zukunft zu schätzen wissen.»

Lehrlinge aus fünf Kantonen beweisen ihr Können

Was Detailhändler in der Ausbildung lernen, konnten die Besucher bei den Wettkämpfen der regionalen Berufsmeisterschaft erleben. 47 Teilnehmer aus fünf Kantonen bewiesen ihr Können bei einem simulierten Verkaufsgespräch vor einer Jury und dem Publikum. Selbstbewusst berieten die Jugendlichen die fiktiven Kunden. Egal ob Textilien, Teppiche, Sport- oder Elektronikartikel: Die Waren wurden gekonnt angepriesen und die Kunden mit fundiertem Fachwissen beraten. Selbst der Auftritt eines zweiten Kunden, der das Verkaufsgespräch zu stören versuchte und zu allem Übel nur Englisch sprach, konnte die Nachwuchsverkäufer nicht aus dem Konzept bringen.

Auch Patrik Berisha, der derzeit bei der Swisscom in Wil seine Lehre absolviert, meisterte die Aufgabenstellung souverän. «Ich war anfangs etwas nervös, da es keine alltägliche Situation ist, ein Verkaufsgespräch vor einer Jury und einem Publikum zu führen», sagte er. Zudem habe der fiktive Kunde nicht sehr viel von der Technik der Smartphones verstanden, weshalb er ihm vieles erklären musste. Das habe ihn jedoch nicht gestört. «Ich mag die Herausforderung; auch in realen Verkaufssituationen.» Wenn ein Kunde etwas komplizierter sei, sporne ihn das zusätzlich an, durch seine Beratung aus einem unzufriedenen einen zufriedenen Kunden zu machen.

Für den Titel «Junior Sales Champion 2017» reichte es Berisha dennoch nicht ganz. Dieser ging an Elisa Donadeo, die ihre Ausbildung im Ochsner Sport in Buchs absolviert. Neben ihr dürfen sich auch die Detailhändler auf den Rängen zwei bis fünf freuen: Sie sind ebenfalls für die «Swiss Skills 2018», die nationalen Berufsmeisterschaften in Bern, qualifiziert.

Nicht zuletzt des Nachwuchses wegen hat die BZWU die Regionalen Berufsmeisterschaften ausgetragen. «Der Anlass, an dem viele Oberstufenklassen teilnahmen, sollte den Jugendlichen zeigen, dass Detailhandelsfachperson ein vielfältiger und interessanter Beruf ist», sagte Thoma. Denn der Detailhandel habe nicht den besten Ruf. Das sei jedoch nicht gerechtfertigt, findet er.

Der durchschnittliche Lohn für ausgebildete Detailhändler liegt aber gemäss Berechnungen des Bundesamts für Statistik im Kanton St. Gallen bei nur rund 4000 Franken pro Monat. Ein eher bescheidenes Einkommen. Doch Thoma relativierte: «Eine Lehre im Detailhandel bietet viele Perspektiven.» So sei an der BZWU und weiteren Berufsschulen beispielsweise die Weiterbildung zum Detailhandelsspezialisten oder im Bereich Marketing möglich. Auch die Berufsmatura sei für die Lehrlinge eine Option.

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