Wertvolle Hölzer: Riegelahorn gilt als «Filetstück»

An der alten Staatsstrasse in Henau finden sich zurzeit Hunderte von Baumstämmen verschiedener Holzarten. Unter ihnen stechen die Riegelahorne hervor, die an Wertholz-Submissionen Höchstpreise erzielen.

Philipp Stutz
Merken
Drucken
Teilen
Revierförster Bruno Cozzio zeigt den imposanten Stamm einer rund zwölf Tonnen schweren Eiche. (Bilder: Philipp Stutz)

Revierförster Bruno Cozzio zeigt den imposanten Stamm einer rund zwölf Tonnen schweren Eiche. (Bilder: Philipp Stutz)

«Heuer sind es mehr Stämme als im Vorjahr», sagt Revierförster Bruno Cozzio. 14 verschiedene Holzarten werden gezählt – 330 Stämme ergeben eine Holzmenge von 488 Kubikmetern. Die Waldregion führt die Submission im Auftrag der Waldbesitzer durch. «Der Erlös kommt ihnen vollumfänglich zugute», sagt der Revierförster. Zu den Waldbesitzern zählen Private, Korporationen und Ortsgemeinden. Noch bis zum 3. März können Käufer für das Holz ihrer Wahl bieten.

Der Höchstbietende erhält den Zuschlag.

«Es handelt sich um eine stille Gant», erläutert Cozzio. Interessenten begutachten die Stämme und reichen danach ein schriftliches Angebot ein. Dabei wissen sie nicht, ob auch jemand anders für denselben Stamm geboten hat. Auch die Preise der Mitbieter sind ihnen nicht bekannt.

Gut 300 potenzielle Käufer aus ganz Europa wurden angeschrieben. Und es ist gut möglich, dass auch dieses Jahr Holz von Henau bis nach Norddeutschland, Österreich, Italien oder Polen transportiert wird.

Sägewerke, Schreiner, Instrumentenbauer

Die angelieferten Stämme wurden auf dem Lagerplatz nahe der Thur übersichtlich ausgebreitet, damit ihre Qualität von allen Seiten gut beurteilt werden kann. Die Angebotsliste gibt Auskunft über Holzart, genaue Länge, Durchmesser und Volumen. Den Verkaufswert will und kann der Revierförster nicht beziffern. Bei der Stammkäuferschaft handelt es sich um Furnier- und Sägewerke, Schreiner, Drechsler, Musikinstrumenten- und Fassbauer sowie Holzhändler aus der Schweiz und dem benachbarten Ausland.

Marktplattform für verschiedene Hölzer

Die Waldregion 1 St. Gallen führt die Wertholz-Submission zusammen mit der Holzmarkt Ostschweiz AG (HMO) durch. Sie ist eine von drei Submissionen im Kanton St. Gallen (neben Buchs und Kaltbrunn), welche jeweils im Februar gleichzeitig abgewickelt werden. So kann der Forstdienst zusammen mit der HMO Holzkäufern und Waldbesitzern eine Marktplattform für wertvolle Hölzer anbieten, welche rege genutzt wird und sich für den Holzverkäufer wie -käufer auszahlt.

Das Angebot an Stämmen kann an der alten Staatsstrasse begutachtet werden.

Das Angebot an Stämmen kann an der alten Staatsstrasse begutachtet werden.

Die Wertholzverkäufe werden traditionsgemäss von der Holzmarkt Ostschweiz AG ausgeschrieben und durchgeführt. Guten Absatz finden die Baumarten Eiche und Ulme. Der Ahorn ist vor allem in den Furnierqualitäten gut verkäuflich. Auch Nussbäume sowie sämtliche Obstbaumarten sind gesucht. Der Kirschbaum wird eher wenig nachgefragt. Beim Nadelholz sind die seltenen Hölzer wie Lärche und Douglasie begehrt.

Esche wird wieder besser nachgefragt

Bei der Fichte und Tanne finden vor allem die Spitzenqualitäten guten Absatz. Auch die Esche wird wieder besser nachgefragt. Unter den Baumarten finden sich Raritäten wie Riegelahorne, -eschen und -eichen. Den Riegelahorn bezeichnet Cozzio als «Filetstück». Für diese gesuchte Baumart wurden schon Spitzenpreise von 12716 Franken pro Kubikmeter geboten. Bruno Cozzio zeigt sich zuversichtlich, dass auch dieses Jahr alles Holz verkauft werden kann.

Am Samstag, 9. März, findet um 10 Uhr eine Führung an der alten Staatsstrasse in Henau statt. Dabei erfahren Besucher viel Wissenswertes über das Holz unserer Region.