Wertminderung unserer Immobilien

«Kies lässt Stimmung knirschen» (Wiler Zeitung vom 22. Juni 2013)

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«Kies lässt Stimmung knirschen»

(Wiler Zeitung vom 22. Juni 2013)

Die Auswirkungen der geplanten Kiesabbau- und Deponieprojekte in der Gemeinde Oberbüren sind kaum vorstellbar. Acht solche Standorte gibt es in der Gemeinde Oberbüren! Allein der Kiesabbau im Gebiet Sonnenberg in Niederwil soll 30 Jahre dauern. Die Rekultivierung dauert weitere neun Jahre. Die meisten über 50jährigen Einwohner von Oberbüren werden wohl die geschlossene Deponie nicht mehr erleben …

Was aber jeder erleben wird, ist die Wertminderung seines Wohneigentums. Bekanntlich ist für den Wert von Immobilien die Lage ein äusserst zentraler Punkt. Kiesabbau-Grossprojekte gehören nicht zu den wertvollsten Kriterien bei der Beurteilung der Lage.

Andreas Kühni von der Firma Holcim AG gibt offen zu, dass die Holcim AG nicht für Wertminderungen aufkommen wolle, und meint dazu lapidar, er habe sein Haus ja auch nicht zum Verkauf erworben, sondern für seine Familie. Dass aber wir genau diesen Aspekt beachten und unsere Eigenheime als eine Art der Altersvorsorge bewahren, um im Alter nicht unseren Familien zur Last zu fallen, übergeht er dabei. Und wir möchten auch nicht den jahrzehntelangen Lärm, Dreck, Staub an unsere Kinder «weitervererben».

Dass dieses Projekt direkt an das Siedlungsgebiet angrenzt, ist unerhört. Die ersten Häuser stehen 30 Meter neben der Sprengkante. Gesprengt wird je nach Untergrund drei- bis viermal pro Woche!

Nun, hierbei ist auch der Kanton gefordert, Deponien und Abbaugebiete in Siedlungsnähe aus dem Richtplan zu streichen. Vielleicht müssen wir uns auch zurückbesinnen und wieder kleinere Deponien – für sauberes Aushubmaterial – zulassen.

Christoph Löhrer

Rossmoos 6, 9203 Niederwil