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Wer wird Grütter-Nachfolger? Die Münchwiler Parteien sind noch in der Schockstarre

Das Kandidatenkarussell um die Nachfolge des Münchwiler Gemeindepräsidenten Guido Grütter beginnt sich erst zaghaft zu drehen.
Hans Suter
Der Münchwiler Gemeinderat der Legislatur 2019-2023 mit Präsident Guido Grütter (Zweiter von rechts), Nadja Stricker (ganz rechts) und Jos-Reto Bernet (Fünfter von rechts). (Bild: PD)

Der Münchwiler Gemeinderat der Legislatur 2019-2023 mit Präsident Guido Grütter (Zweiter von rechts), Nadja Stricker (ganz rechts) und Jos-Reto Bernet (Fünfter von rechts). (Bild: PD)

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Guido Grütter (FDP) tritt per Ende Mai 2020 überraschend als Gemeindepräsident von Münchwilen zurück. Dies wenige Monate nach seiner Wiederwahl und ein knappes Jahr vor Erreichen des ordentlichen Pensionsalters.

Persönliche Angriffe

Ausschlaggebend für den Entscheid waren unter anderem zunehmende persönliche Angriffe gegen das Gemeindeoberhaupt, zuletzt wegen des beantragten Verkaufs jener Gemeindeliegenschaft, die heute den Werkhof beherbergt.

Mit ein Grund für den Rücktritt Guido Grütters: Das Verhalten der Gegner des Verkaufs der Gemeindeliegenschaft Waldeggstrasse. Bild: PD

Mit ein Grund für den Rücktritt Guido Grütters: Das Verhalten der Gegner des Verkaufs der Gemeindeliegenschaft Waldeggstrasse. Bild: PD

Guido Grütter hat in seinem Leben viel erreicht und sagt heute in aller Seelenruhe: «Ich muss nicht mehr müssen, ich darf müssen.» Und jetzt will er auch nicht mehr müssen dürfen.

Wer will sich das in Münchwilen noch antun?

Ab 1. Juni aber muss wieder jemand die Führung des Bezirkshauptortes übernehmen. Wer dies sein wird, entscheidet sich frühestens beim ersten Wahlgang am 9. Februar 2020. Doch wer könnte dies überhaupt sein? Und: Wer will sich das in Münchwilen noch antun? Die letzten drei Gemeindepräsidenten Walter Nef (Skandal), Lorenz Liechti (Abwahl) und Guido Grütter (die Nase voll) haben sich allesamt nicht so verabschieden können, wie sie sich das wohl vorgestellt haben.

«Völlig überraschend»

Das Kandidatenkarussell beginnt sich erst zaghaft zu drehen. Die Parteien sind noch immer in der Schockstarre. «Der Rücktritt von Guido Grütter kam völlig überraschend», heisst es unisono bei den Ortsparteien. Keine der Spitzen der Münchwilen Parteien ist bereits zu Beratungen zusammengekommen. Der nächste ordentliche Sitzungstermin der Interpartei ist gar erst am 12. November.

«Kann aber gut sein, dass nun ein früherer Termin angesetzt wird», sagt FDP-Präsident Roland Aeby, der die Interpartei koordiniert. Die Parteipräsidien von CVP, FDP, SVP und Grünliberalen bestätigen gleichermassen, die Nachfolge Grütters nun möglichst rasch beraten und das weitere Vorgehen besprechen zu wollen. Die Präsidentin der Grünen war gestern nicht erreichbar.

Nadja Stricker überlegt es sich

Nadja Stricker. (Bild: PD)

Nadja Stricker. (Bild: PD)

Nichtsdestotrotz gibt es in den Reihen der FDP bereits etwas Bewegung. Auf Anfrage bestätige Gemeinderätin Nadja Stricker, dass sie sich eine Kandidatur vorstellen könnte:

«Das ist eine Option, die ich mir überlege.»

Jos-Reto Bernet. (Bild: PD)

Jos-Reto Bernet. (Bild: PD)

Auch ihr Amtskollege Jos-Reto denkt darüber nach:

«Ich mache mir Gedanken, tendiere aber eher zu einem Nein.»

Beide sind in Münchwilen aufgewachsen und kennen die Verhältnisse gut. Gar nicht zur Verfügung steht GLP-Gemeinderat Manfred Filliger, der einst als Schulpräsident kandidiert hatte:

«Kein Thema, eine Kandidatur kommt für mich nicht in Frage.»

Das politische Klima hat sich spürbar verschlechtert

Vorstellbar ist für CVP-Präsident Karl Kappeler auch eine Kandidatur von aussen. Denn das politische Klima hat sich in den vergangenen Jahrzehnten spürbar verschlechtert, wie durch alle Parteien zu hören ist. Genährt würden die Unstimmigkeiten im Dorf vor allem von Einzelpersonen und Gruppierungen, die sich im öffentlichen Diskurs vermehrt «unüberlegt» und «unprofessionell» verhielten.

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