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«Wer schnitzt, der sitzt»: In Uzwil fand am Mittwochnachmittag ein Sackmesserworkshop statt

Organisiert wurde dieser von den Bibliotheken Uzwil und Oberbüren im Rahmen des Projekts «Umblättern».
Leonie Herde
Jetzt kann es losgehen! Ausgerüstet mit einem Schweizer Sackmesser bearbeiten die Teilnehmer ihre Stöcke. (Bild: Leonie Herde)

Jetzt kann es losgehen! Ausgerüstet mit einem Schweizer Sackmesser bearbeiten die Teilnehmer ihre Stöcke. (Bild: Leonie Herde)

Wie hält man ein Sackmesser richtig? Wie öffnet man es? Was muss man beim Schnitzen beachten? Alle diese Fragen und noch mehr wurden während des Sackmesserworkshops in Uzwil beantwortet. 30 Kinder und Erwachsene haben sich am Mittwochnachmittag mit dem Schnitzen beschäftigt.

Geleitet wurde der Kurs von Felix Immler, dem wahrscheinlich einzigen Sackmesserpädagogen weltweit. Geduldig erklärte er den Kindern und auch den Erwachsenen den richtigen Umgang mit dem Sackmesser. Er beginnt mit einigen wichtigen Grundregeln, wie zum Beispiel: «Wer schnitzt, der sitzt.»

«Ich merke, euch schläft fast das Gesicht ein, ihr wollt nun endlich loslegen, stimmt’s?»

Immler verteilte kurzerhand Stöcke und Messer und das Schnitzen konnte beginnen.

Ein Irrtum wurde aufgedeckt

Obwohl einige Kinder in der Runde bereits Erfahrungen mit einem Sackmesser hatten, konnten doch alle etwas dazulernen. «Das kleine Messer ist das Schnitzmesser des Profis, nicht das grosse», deckte Immler einen weit verbreiteten Irrtum auf. Er erklärte auch, warum die Seitwärtsbewegung beim Schnitzen wichtig ist und zeigte, wie man dadurch auch mit wenig Kraft gut schnitzen kann, was gerade für Kinder wichtig ist.

Geschnitzt wird nahe am Messerschaft und immer vor den Knien. Das Messer wird ganz vorne gehalten und die Klinge zeigt immer vom Körper weg. Immler beobachtete die Kinder genau und half hier und dort. Für die Erwachsenen in der Runde erklärte er dann auch noch komplexere Dinge und sprach über Eintrittswinkel und Hebelwirkungen. Auch sie konnten noch einiges vom Sackmesserprofi lernen.

Der Workshop war Teil des Projekts Umblättern, das von den Bibliotheken in der Region ins Leben gerufen wurde. Während des Monats September fanden in den verschiedenen Bibliotheken Anlässe für Kinder und Erwachsene statt. Der Sackmesserworkshop war der zweitletzte Anlass der Reihe und wurde von den Bibliotheken Uzwil und Oberbüren in Partnerschaft organisiert.

Der Anlass war schnell ausgebucht

Doch wie passt ein Sackmesserworkshop in eine Bibliothek? Der Sackmesserpädagoge Felix Immler hat selbst einige Bücher zum Thema Schnitzen geschrieben. Darin finden sich Ideen und Anleitungen zu verschiedenen Projekten. Diese Bücher sind auch in der Bibliothek Uzwil vorhanden und seien bei den Besuchern sehr beliebt, sagt Jolanda Erismann, Leiterin der Bibliothek Uzwil. Auch in Wil fand bereits einmal ein Sackmesserworkshop von Felix Immler statt, der sehr gut besucht wurde. So war dann auch der Workshop in Uzwil innerhalb kurzer Zeit ausgebucht. Erismann sagt:

«Wir haben praktisch keine Werbung dafür gemacht»

Teilnahme nur mit Begleitpersonen

Die Teilnehmerzahl war auf 30 Personen beschränkt und jedes Kind sollte mit einer Begleitperson erscheinen. Dies sei aus dem einfachen Grund, dass er nicht immer bei allen Kindern gleichzeitig aufpassen kann, erklärt Immler. Zudem vergessen Kinder schnell. Ein solcher Workshop sei also erst nachhaltig, wenn die Kinder auch zu Hause weiter üben können, und dafür müssen eben auch die Eltern oder Grosseltern Bescheid wissen. Immler hat in den vergangenen Jahren schon viele Sackmesserworkshops für Kinder geleitet, mittlerweile sind fast an jedem Workshop auch Begleitpersonen dabei.

Auch Erismann findet den Workshop mit Begleitung der Eltern sinnvoll.

«Ich finde es besser, wenn die Eltern dabei sind und die Kinder nicht nur deponieren.»

Es sei schön, wenn die Eltern sich die Zeit nehmen, um sich mit ihrem Kind zu beschäftigen. Zudem ist sie froh, dass sie die Verantwortung für das Schnitzen mit den scharfen Messern nicht alleine tragen muss.

Am Ende des Workshops hatten die Kinder eine eigene Gabel und einen Kreisel aus Holz geschnitzt. Zudem erhielten sie ein Diplom, welches die Teilnahme am Workshop bestätigt. Sie kennen nun die Grundkenntnisse des Schnitzens und können verantwortungsvoll mit einem Sackmesser umgehen.

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