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Wenn die Kleinsten ihre Eltern fordern, gibt die Mütter- und Väterberatung Mami und Papi Sicherheit

Die Mütter- und Väterberatung der Region erfreut sich grosser Beliebtheit. Auch im Zeitalter des Internets bietet die persönliche Beratung noch einen Mehrwert.
Marco Enzler
Luzia Burren leitet die Mütter- und Väterberatung in Wil. (Bild: Marco Enzler)

Luzia Burren leitet die Mütter- und Väterberatung in Wil. (Bild: Marco Enzler)

«Unser extrem vielfältiges Tätigkeitsgebiet stellt uns immer wieder vor grosse Herausforderungen. Doch genau das macht den Beruf auch so spannend», sagt Luzia Burren. Sie leitet das Regionalzentrum für Mütter- und Väterberatung in Wil.

Als eine von sieben Beraterinnen in der Umgebung unterstützt sie Eltern von Kindern zwischen null und fünf Jahren bei Fragen rund um Erziehung und Entwicklung ihrer Kinder – und das kostenlos. Nebst telefonischen Gesprächen und Beratungen in den Zentren Wil und Gossau besuchen die Fachpersonen regelmässig die umliegenden Gemeinden für offene Sprechstunden. Auch persönliche Termine und Hausvisiten werden durchgeführt.

Nur bei kindspezifischen Problemen wird geholfen

Luzia Burren ist gelernte Kinderkrankenschwester – vergleichbar mit dem heutigen Abschluss als diplomierte Pflegefachfrau mit Schwerpunkt auf Kinder, Jugendliche, Familie und Frauen. Zusätzlich absolvierte sie die Ausbildung in Mütter- und Väterberatung sowie Erziehungs- und Familienberatung. Besonders oft kämen die Eltern wegen Fragen bezüglich Ernährung und Entwicklung ihres Kindes in die Beratung, sagt sie.

Viele Eltern seien beispielsweise in Sorge, wenn ihr Kind oft weine, schlecht schlafe oder wenig esse. «Wir erklären den Eltern dann, welche Entwicklungsschritte das Kind gerade durchmacht und suchen zusammen einen Weg, es darin zu unterstützen.» Wenn die Eltern verstünden, welche Prozesse ablaufen, könnten sie diese oft besser akzeptieren.

Doch auch andere Themenbereiche kommen zur Sprache: Manche brauchen Tipps zur Erziehung, zur Unfallverhütung oder Hilfe bei der Suche nach Betreuungsangeboten. Andere benötigen Informationen zur kinderfreundlichen Wohneinrichtung. Einige stossen bei der Betreuung ihres Kindes gar an persönliche Grenzen. Burren sagt:

«Dann geht es darum, ihnen Entlastungsmöglichkeiten aufzuzeigen.»

Trotz Vielfalt im Beratungsangebot: Jedes Anliegen wird nicht bearbeitet. «Wir machen weder Paarberatung noch stellen wir eine medizinische Versorgung sicher», sagt Burren. Auch sei man genauso wenig eine Budget- und Rechtsberatungsstelle wie ein Kinderhütedienst. Wer mit einem solchen Anliegen an die Mütter- und Väterberatung gelangt, wird an die zuständige Stelle weitergeleitet.

Veränderte Bedürfnisse im digitalen Zeitalter

Eine Feststellung, die Luzia Burren in über 30 Jahren Berufserfahrung gemacht hat, ist die Veränderung der Bedürfnisse von Seiten der Eltern. Sie sagt:

«Während wir früher noch Informationen vermittelt haben, müssen wir heutzutage vermehrt helfen, diese zu sortieren.»

Dank des Internets hätten zwar alle Zugang zu einer schier unbegrenzten Wissensflut, doch leider seien darunter auch viele veraltete Informationen. Derweil bezieht sich die Beratungsstelle immer auf den aktuellsten Stand der Forschung.

Das viel diskutierte Thema «Überbehütung» lässt sich laut Luzia Burren tatsächlich nicht von der Hand weisen: «Wir müssen den Eltern häufig Mut machen, ihren Kindern auch etwas zuzutrauen – denn nur so können sich diese entwickeln.» Ein weiteres Phänomen, mit dem man sich konfrontiert sieht, ist die Ungeduld einzelner Eltern. Burren sagt: «Manche haben Schwierigkeiten, zu akzeptieren, dass Kinder unterschiedlich schnell lernen. Obwohl dies nur natürlich ist.»

Ein gut genutztes und geschätztes Angebot

Im letzten Jahr wurden rund 60 Prozent der frisch gebackenen Eltern beraten. Petra Moser aus Wil nutzt das Angebot der Mütter- und Väterberatung seit rund zweieinhalb Jahren regelmässig. Während sie zu Beginn hauptsächlich Bedenken hatte, ob ihr Sohn genug isst und ausreichend wächst, stehen für sie aktuell Themen rund um die soziale und kognitive Entwicklung im Vordergrund.

«Ich schätze besonders das Fachwissen und die Erfahrung der Beraterinnen», sagt sie. Zwar lese man vor der Geburt allerlei Fachliteratur, doch: «Die Gespräche mit einer Fachperson geben einem frischgebackenen Mami sehr viel Sicherheit.»

Weitere Informationen unter: www.mutter-vater-beratung.ch

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