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In Lütisburg fliegt eine Kirchenorgel durch das Gotteshaus

Die Katholische Kirche St. Michael in Lütisburg bekam gestern einen neuen Orgeltisch. Das 400 Kilo schwere Instrument musste vom Kirchenschiff in die Empore gehoben werden – jedoch nicht mit Muskelkraft.
Tobias Bruggmann
Der «Flug» zur Empore hoch dauerte nur wenige Minuten – daran beteiligt waren drei Arbeiter. (Bilder: Tobias Bruggmann)
Der aufklappbare Kran wird durch die engen Kirchenbänke geschoben.
Die neue Orgel enthält auch viel Technik.
Vor dem Flug heisst es auch für die Orgel: Bitte anschnallen.
Auf der Empore angekommen, wird die Orgel manuell an den endgültigen Standort platziert.
5 Bilder

Bildergalerie Orgel Lütisburg

Langsam strafft sich die Traggurte. Zuerst nur um Millimeter hebt sich die Orgel in der Katholischen Kirche Lütisburg von ihrem angestammten Platz auf der Empore. Doch schnell fliegt sie über die Brüstung hinweg und senkt sich langsam in Richtung Boden.

Die Kirchgemeinde hat beschlossen, die Orgel im Gotteshaus zu renovieren. «Einzelne Tasten haben nicht mehr funktioniert. Dazu mussten wir die Verkabelung erneuern, da diese spröde geworden ist», erklärt Werner Steiger, Präsident der Kirchgemeinde.

«Nach 65 Jahren schicken wir die alte Orgel jetzt in Pension.»

Damit in der Kirche weiterhin musiziert werden kann, braucht es eine neue Orgel. Auch diese muss durch die Lüfte, vom Kirchenschiff in die Empore, schweben.

Kran zwischen den Kirchenbänken

So zog gestern kein Priester in die Kirche ein, sondern ein kleiner, ausfahrbarer Kran. Vorsichtig wird dieser um den Taufstein gezogen, nur knapp passt er zwischen die Kirchenbänke. Wo am Sonntag die Messebesucher hinknien, stehen jetzt die tentakelartigen Beine des Krans.

Auch für Orgelbauer Uwe Schacht ist ein solcher Transport keine alltägliche Arbeit:

«Natürlich gehört es zum Beruf. Aber wir liefern pro Jahr nur eine Handvoll Orgeln aus.»

Das neue Instrument verfügt, im Gegensatz zum alten, über eine elektronische Steuerung. «Wir haben uns überlegt, ob wir den alten Orgeltisch nur revidieren sollen. Letztendlich war aber die Preisdifferenz zu einem Neukauf gering», erklärt der Präsident. Die neue Orgel kostet rund 100000 Franken.

Rund zehn Minuten Flugzeit

Dann gilt es ernst. Die Gurten werden um den neuen Orgeltisch gespannt, ein Haken ergreift die Gurten und zieht das Instrument in die Höhe. Nur knapp zehn Minuten dauert es, bis die Orgel ihr Ziel erreicht hat. Oben wird sie von zwei Männern in Empfang genommen. Vorsichtig platzieren sie den Orgeltisch am definitiven Platz über den Köpfen der Kirchenbesucher. Doch die Arbeit ist für die Orgelbauer damit noch nicht zu Ende.

«Wir müssen jetzt die Kabel mit dem Computermodul, das in der Orgel eingebaut ist, verbinden.»

Die Orgel wird ab Anfangs November wieder einsatzbereit sein. Bis dahin kommt wohl noch das elektronische Keyboard zum Einsatz, das unscheinbar im Altarraum steht.

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